Arzt Corona

Als neue Größe für die Ausbreitung des Corona-Virus nimmt man aktuell die Inzidenzzahl. Dies ist die Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums. Berlin nimmt hier pro 100.000 Menschen als Maß und gibt die Inzidenz z. B. von Charlottenburg-Wilmersdorf mit 499,7 an. Diese ist jedoch fünf Mal höher, als es die Realität entspricht.

Angabe der Inzidenzzahlen in den Berliner Bezirken.

Man könnte jetzt meinen, dass die im Bild gezeigten Fallzahlen die aktuell positiv Getesteten sind. Die Genesenen kämen noch oben drauf. Aber dem ist nicht so. Links in der Navigation unter „Tabelle Bezirke Gesamtübersicht“ findet man eine Übersicht seit dem 3. März 2020, wo die täglichen neuen Fälle auftreten. Addiert man diese, kommt man bei unserem Beispiel, aber auch bei allen anderen Bezirken auf die jeweiligen Werte, die oben unter Fallzahlen augeführt sind. Wer selbst nachzählen möchte, kann dies hier tun (Stand: 11. Oktober 2020, 16:00 Uhr).

Neu aufgetretene Corona-Fälle pro Tag in den Bezirken.

Man kann jetzt also sagen, dass die Verantwortlichen keine Tabellenkalkulation beherrschen oder hier bewusst falsche Zahlen veröffentlicht werden. Zeiht man die 1.395 Genesenen aus unserem Beispielbezirk von den 1.717 ab, erhält man „nur“ noch eine Inzidenz von ca. 100 pro 100.000 Einwohner. Es ist kaum vorstellbar, dass wissenschaftlichen Mitarbeitern dies nicht auffällt. Katastrophal ist dies vor dem Hintergrund, dass aufgrund der Arbeit jener Menschen Beschlüsse gefasst werden, die die Freiheit des Einzelnen einschränken.

Im folgenden YouTube-Video ist die Rechnung noch einmal genau erklärt:

So gibt Berlin falsche Inzidenzzahlen an.

Man kann sagen, das sei die Inzidenzzahl aller Infizierten pro 100.000 Einwohner seit dem 3. März 2020, aber schon aus dieser Erklärung heraus wäre das falsch, denn eine Inzidenz bedeutet, einen immer gleich bleibenden Zeitraum (7 Tage, 14 Tage, 5 Tage, etc.). Nur diese Zahlen dürfen mit einbezogen werden. Wenn man aber ein fixes Datum als Ausgangspunkt nimmt, ist klar, dass immer mehr dazukommen werden und der Wert ins Astronomische steigt. Dies ist aber keine Inzidenz.

Weiterhin ungeklärt ist, dass wenn man die Verstorbenen an oder mit Corona rausrechnet, zwischen den Gesamtinfizierten seit dem 3. März und den Neuinfizierten in den letzten 7 Tagen eine Differenz von über 1.100 Menschen hat. Nimmt man diese 1.100 Menschen mit in die Summe der Infizierten mit rein, erhält man die Summe, die das Landesamt für Gesundheit und Soziales von Berlin herausgibt. Rechnet man diese raus und berechnet einen realen Wert, erhält man deutlich tiefere Werte – im Berliner Osten sogar um die 22. Zwar sind einige westliche Bezirke noch in unglaublicher Höhe, die errechneten Werte sind aber befreit von dem wissenschaftlichen Irrtum des Landesamtes.

Wer die aktuellen Zahlen mit Stand vom 11. Oktober 2020 selbst überprüfen und selbst aktualisieren möchte, kann dies hier tun:

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2 Gedanken zu „Berlin veröffentlicht falsche Inzidenzzahlen“
  1. Es ist sehr traurig, dass falsche Zahlen veröffentlicht wurden. 100 ist eh schon hoch genug, das gibt’s kaum in München, das sonst auch ein Hotspot ist. Fast 500 ist schon eine sehr utopische Zahl.

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