Feuerwehr

Smartphone-App soll Überlebenschancen beim Herz-Kreislaufstillstand verbessern.

Jährlich erleiden ca. 2.600 Menschen in Berlin einen Herzstillstand. Nur jeder Zehnte überlebt dieses Ereignis ohne bleibende Schäden. Für die betroffenen Menschen ist es wichtig, dass unmittelbar nach dem Herzstillstand und vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Herzdruckmassage begonnen wird. 

Mit dem Ziel, die Anzahl der Ersthelfenden zu vergrößern und diese zu organisieren, steht in Berlin jetzt die Smartphone-App „KATRETTER“ zur Verfügung. Am weltweiten Tag der Wiederbelebung nahmen Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Stefan Poloczek das KATRETTER-System offiziell in den Dienst. Die Leitstelle der Berliner Feuerwehr wird künftig bei Alarmierungen zum Herz-Kreislauf-Stillstand die Koordinaten der Einsatzstelle an das KATRETTER-System übermitteln. Dieses benachrichtigt dann registrierte Ersthelfende, die sich in der Nähe des Notfallortes befinden.

Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen sagte anlässlich der Präsentation: “Selbstverständlich beteiligt sich die Berliner Feuerwehr an so wichtigen Digitalisierungsprojekten wie KATRETTER. Nach sorgfältiger Erprobung der App kann sich nun jede Ersthelferin und jeder Ersthelfer registrieren. Für die Steigerung der Überlebensrate und die Verringerung von Spätfolgen ist der Einsatz ersthelfender Menschen von zentraler Bedeutung. Sie übernehmen im entscheidenden Moment Verantwortung und leisten einen wichtigen Beitrag zu Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.”

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Stefan Poloczek, ergänzte: „Diese Innovation ermöglicht es uns, die behandlungsfreie Zeit beim Herz-Kreislauf-Stillstand durch den Einsatz von Ersthelfern weiter zu verkürzen. Unser langfristiges Ziel ist es, im Land Berlin ca. 40.000 registrierte Ersthelfende über die KATRETTER-App zu aktivieren.”

Die Berliner Feuerwehr begann im September 2019 mit dem Probebetrieb des KATRETTER-Systems. Zum Ende der Erprobungsphase waren bereits 1.500 Menschen mit Ersthelferbereitschaft registriert. In der ersten Oktoberwoche waren bei fast einem Drittel der Reanimationsalarme auch Ersthelfende am Notfallort.

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