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Oranienburg (dpa/bb) – Im Prozess gegen einen Lehrer, der seine rechtsextremen Tätowierungen vor Schülern gezeigt haben soll, hat der 37-Jährige bestritten, eine rechte Gesinnung zu haben. Er habe die Tattoos nach eigenen Angaben gemacht, weil er sich erst für die Wikinger und später dann für die Germanen interessiert habe, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag.

Der Mann war im Juli 2018 auf einem Schulfest am Bernsteinsee (Barnim) als Schiedsrichter im Einsatz. Als er sein T-Shirt auszog, kamen der Wahlspruch der SS, «Meine Ehre heißt Treue», sowie weitere rechte Tattoos zum Vorschein. Ein Zeuge fotografierte den Lehrer mit blankem Oberkörper. Die Hennigsdorfer Oberschule (Oberhavel) kündigte dem 37-Jährigen daraufhin.

Der 37-Jährige begründete die Schriftzüge mit seiner schwierigen Kindheit, sagte die Sprecherin. Er habe Konflikte mit Religionen gehabt, die in seinem Elternhaus eine Rolle spielten. Dann sei er auf die Wikinger gekommen und später dann auf «die germanische Idee». Die Tätowierung mit der Losung der SS auf seinem Körper sei mit den Worten «…Liebe und Familie» weitergegangen, so der Angeklagte.

Zunächst hatte der 37-Jährige vor dem Arbeitsgericht gegen seine Kündigung geklagt. Danach habe er den Schriftzug verändert und «heißt» unkenntlich machen lassen, so der Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft hat den Lehrer wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angeklagt. Nach Angaben des Bildungsministeriums ist der Mann derzeit nicht an der Schule beschäftigt. Am 12. Oktober will das Gericht Zeugen hören, die bei dem Schulfest dabei gewesen sind.

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