BabybettDas Babybett aus Kibbuz zeigte am 12. November sehr wohl die selben Patronen wie beim Musk-Besuch. Screenshot: C-Span.org

Elon Musk besuchte neulich überraschend Israel. Prompt forderten viele auf seiner Plattform X auch, #ElonGoToGaza. Man wollte, dass er sich auch Gaza anschaut. Um die Welt dagegen ging ein Bild mit ihm und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Das gezeigte Kinderbett soll nach Angaben einiger Quellen manipuliert worden sein.

Krieg ist wohl mit das Schlimmste, was Menschen passieren kann. Zusätzlich kommt hinzu, dass die Wahrheit immer als erstes leidet. Ganz egal, auf welcher Seite. Der Feind wird maximal dämonisiert. Die Hintergründe von Kriegen und Kämpfen sind meistens Ideologie, viel öfter aber wirtschaftliche Interessen. Vor allem sind sie aber für große Teile der Öffentlichkeit verborgen. Leidtragende sind immer ganz normale Menschen, die einfach nur leben wollen.

Das türkische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation hat die Vorführung des Bettes als Propaganda Israels erklärt. Jahrelang waren die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel schlecht, sollen sich erst 2022 wieder normalisiert haben. Im Internet sieht man Videos von der Anwendung einer App in der Türkei, die beim Einkaufen vor israelischen Produkten warnt. Daher ist bei Behauptungen aus dieser Richtung für uns erst einmal Vorsicht geboten, da wir die Türkei so nicht als neutrale Quelle einstufen.

Das gezeigte Kinderbett soll eines der Symbole für den Hamas-Angriff auf Kibbuz sein. In Kibbuz gab es einen realen und grausamen Angriff der Hamas-Terroristen. Falsch dagegen scheint die Behauptung zu sein, dass 40 Babys geköpft wurden. Dafür ließen sich keine Hinweise finden, auch die israelische Regierung teilte mit, davon nichts zu wissen. Fakenews verbreitende Magazine wie Bild und Nius verbreiteten diese Botschaft dennoch ungeprüft und als Schlagzeile. Dagegen hielt sich sogar die Tagesschau zurück. Als einziges westliches Medium entschuldigte sich CNN für die voreilige „Berichterstattung“.

Das türkische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation betreibt hier allerdings nachweislich selbst Desinformation. Es wurde behauptet, dass es sich um Panzermunition handeln würde, die das israelische Militär in Maschinengewehren verwenden würde. Das allein ist erstmal kein Hinweis, zumal ob es sich um solche Munition handelt, von uns nicht bestimmt werden kann. Was aber auffällt ist Folgendes: Das türkische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation lügt! Ob die Hamas solche Munition (auch) verwenden, wissen wir nicht, die Falschberichterstattung wird aber sichtbar, als behauptet wird, die Munition würde beim Besuch von Chris Christie (ehemaliger Gouverneur von New Jersey) am 12. November fehlen.

Diese Behauptung wurde – offenbar ungeprüft – vom Wissenschaftsblogg TKP.at übernommen, auch aber vom Desinformationsportal RTdeutsch. Fakt ist nämlich, dass ein Video des Senders C-Span.org zeigt, dass auch beim Besuch von Chris Christie die Patronen im Bett lagen. Lasst euch nicht für dumm verkaufen, denkt selbst und glaubt nicht alles, was in scheinbar kritischen Medien läuft. Auch dies ist oftmals Propaganda, dient der Spaltung und der Interessen ganz anderer Personengruppen. Überprüft ausnahmslos alles!

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Obwohl nur ein einziger Journalist mit der gelegentlichen Unterstützung zahlreicher ebenfalls freiberuflicher Kollegen und Ehrenamtler hat Stefan Raven News seit 2020 immer wieder Dinge aufgedeckt, die andere Medien erst später berichteten. Leider sehen es diese Medien nicht als angebracht an, den Erstberichterstatter (uns/mich) zu nennen, wie es im Journalismus Gang und Gebe ist. Einige haben uns sogar schon gelegentlich die Stories im wahrsten Sinne des Wortes geklaut. Das ist kein netter Umgang zwischen Kollegen.

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