Nigel Brown

Anfang Juni traf ich mich mit Nigel Brown, einem bekannten Musiker aus der sogenannten rechten Szene. Von Interesse war dies für mich, weil gegenüber Brown von Seiten der Szene verschiedene schwere Vorwürfe bestehen, so dass er aktuell keine Möglichkeit hat, dass seine Musik bei den gängigen Plattenlabels angenommen wird. Was steckt hinter den Geschichten, was sagt Nigel selbst dazu und was wird ihm von Seiten der Szene vorgeworfen? Ich versuche, beide Seiten zu beleuchten.

Titelbild © Nigel Brown

Ich traf Nigel an einem Freitagabend auf der Terrasse eines Cafés im Berliner Osten. Den Tipp zu seiner Geschichte bekam ich von einem gemeinsamen Kollegen von Nigel und mir aus der Hooligan-Szene. Aktuell läuft sein Soloprojekt, wo der im letzten Jahr die Mini-CD „Cross my Heart“ veröffentlichte. Diese gibt es beim Germania-Versand als Hart-CD und bei Bandcamp als digitalen Download.

Ich wusste von unserem Kontakt nur grob die Richtung, worum es bei den Vorwürfen geht. Im Internet war es nicht möglich, zu diesem Thema zu recherchieren. Also befragte ich Nigel frei zu diesem Thema und erhielt in ruhiger, sachlicher Art Antwort zu allen Fragen. Nach dem Interview versuchte ich noch etwas in der rechten Musikszene herumzufragen und bekam auch dort von jemanden eine Stellungnahme. Die Stellungnahme deckt sich mit den Vorwürfen, von denen Nigel auch selbst spricht.

Nigel Brown ist Anfang 50 und gebürtiger Australier. In den 90er Jahren kam er nach Europa und spielte für eine Menge bekannter Rechtsrockbands. Darunter waren No Remorse, Ravens Wing, Broadsword, Celtic Warrior, Nemesis, No Fear, White Lightning und Wolfseye. Mit der bekannten Band Fortress spielte er eine Tour, war jedoch kein offizielles Bandmitglied. Dadurch erlangte er – vor allem auch durch sein musikalisches Können an der Gitarre – große Berühmtheit innerhalb der Szene. Die Zeit bei No Remorse ist für Nigel persönlich die erfolgreichste seiner bisherigen Karriere, konnte er berichten.

© Nigel Brown

Wichtig ist bei diesem Artikel ggf. auch, einige historische Hintergründe der Rechtsrock-Szene in Europa zu kennen. Die britische Musikszene hatte in der zweiten Hälfte der 90er Jahre große interne Auseinandersetzungen zwischen zwei konkurrierenden Flügeln innerhalb der Blood & Honour Bewegung. Es kam während dieses Streits zu Todeslisten, Überfällen, Boykottaufrufen und letztendlich zu einer Messerstecherei mit Toten und daraus resultierend 20 Jahren Gefängnis für einen der Teilnehmer. Es herrschte eine tiefe Spaltung. Brown stand zu der Zeit als Musiker auf der einen Seite und war auch zugleich das Hassobjekt der anderen Seite (Combat 18).

Wie oben erwähnt, spielte Brown zeitweise auch in der Band No Remorse. Diese Band veröffentlichte später ein Lied, in welchem eine Strophe über ihn vorkam, in der man ihm den Tod wünschte. Meine Quelle konnte berichten, dass der (zugegebenermaßen szeneintern sehr umstrittene) Combat18-Flügel bis heute bzgl. Brown nachtragend sei. Allerdings, – und das finde die Quelle bemerkenswert, hält die andere Blood & Honour – Fraktion von ihm ebenfalls überhaupt nichts, war sogar laut mir vorliegenden Informationen sehr verwundert, dass Brown wieder „auftauchte“. Was genau aber das Problem der britischen Blood & Honour Leute mit Brown ist/war, konnte von meinem „Ansprechpartner“ nicht mehr gesagt werden.

„Brown spielt in „meiner“ Welt keine wirkliche Rolle und ich habe nie wirklich nach recherchiert“, sagte man mir. Doch würde mir man zu den Vorwürfen berichten, was auch über seinen Schreibtisch ging. Ende der 90er Jahre kehrte Brown nach Australien zurück. Dort lebte er in einer Stadt mit einer – für australische Verhältnisse – doch recht großen Szene. Angeblich hätte Nigel dort alle alten Kontakte abgebrochen und man hätte nur durch Zufall erfahren, dass er wieder in Australien sei. Dort soll sich dann schnell herumgesprochen haben, dass er mit einer kriminallen Libanesenbande zu tun hätte. Brown bestreitet dies vehement.

Eine der Geschichten lautet, dass in einer Kneipe in Australien vier Skinheads der australischen Blood & Honour – Fraktion saßen, die wohl mit Brown im Streit waren. Ein Freund informierte Brown darüber und laut der Meinung eben dieser Kreise soll Nigel dort mit einer Libanesenbande aufgetaucht sein und diese verprügelt haben. Nigel selbst erzählt diese Geschichte jedoch ganz anders. Er berichtet davon, dass er allein dorthin ging. Mit einem Schlagring bewaffnet schlug er zwei der Skinheads nieder, die anderen beiden sollen weggelaufen und anschließend zur Polizei gegangen sein. Die spätere Anklage wurde fallengelassen, weil diese nicht vor Gericht erschienen. In den Zeugenpapieren des Anwalts stand drin, dass die beiden Geflüchteten tatsächlich zur Polizei gingen und auch, dass Nigel allein auftauchte, wie er es beschrieben hatte.

Das Nigel in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein soll, wüsste meine Quelle schon länger. Doch Nigel selbst erfuhr davon erst, als er in Europa wieder Fuß fasste. Dies war erstmals 2015 und geschah stets hinter Nigels Rücken. Die Informationen hierzu sollen wohl von seiner Ex-Frau, mit der er sich im Streit getrennt hat, an die rechte Musikszene in Europa herangetragen worden sein. Angeblich hätte seine Ex-Frau ihn damals auch angezeigt und die Polizei in Australien wollte ihn verhaften, was Nigel jedoch auch verneinte und darauf hinwies, dass er dann ja gar nicht hätte aus Australien ausreisen können, wenn nach ihm gefahndet worden wäre. Auch sollte angeblich Interpol nach ihm fahnden, wurde ihm herangetragen, doch dort wisse man nichts davon. Zumal Brown in Berlin ordentlich gemeldet ist. Seine Exfrau nutzte die Vorwürfe auch, um 2017 den Sorgerechtsstreit für die gemeinsamen Kinder zu gewinnen, bzw. sich einen Vorteil damit zu verschaffen. Jedoch konnten für die Drogenvorwürfe keinerlei Beweise gefunden werden. Auch das in Australien beschlagnahmte Telefon wurde ihm nach Deutschland geschickt, weil darauf keinerlei Beweise für Drogengeschäfte zu finden waren. Ebenfalls blieb eine damalige Hausdurchsuchung ohne Beweise.

© Nigel Brown

Wie angeschnitten, ist Nigel Brown vor einigen Jahren zurück nach Europa gekommen. Er lebte einige Zeit in Holland. Durch Zufall oder Umwege ergab sich da ein Kontakt nach Australien, wo die australische Szene schockiert war, dass Brown wieder in der nationalen Szene Fuß fassen wollte, so sagte man mir. Der Holländer erhielt Informationen bzgl. des vermeintlichen Drogenhandels und der Libanesenbande. Dieser sprach Brown darauf an und laut meiner Quelle soll dieser dann explodiert sein. Brown hätte ihn, seine Frau und Kinder im Internet übel beleidigt und mit dem Tod bedroht. Brown bestreitet auch dies. Laut ihm soll eben diese Person, die die Netherland-CD herausbrachte, ihn barsch angeschrieben haben, woraufhin Nigel ungehalten reagierte. Meine Quelle beschreibt den Holländer als über jeden Zweifel erhaben und er sei eine sehr gerade, aktive und ehrbare Person ohne jeglichen ihm bekannten Tadel. Ich dagegen sprach Nigel auch auf diese Vorwürfe an und er explodierte nicht und wurde auch nicht beleidigend. Allerdings räumte Brown ein, dass er manchmal ungehalten sei, wenn man ihn dies vorwirft, ohne sich mit ihm zuvor auseinandergesetzt zu haben. Denn diese Vorwürfe kämen oft, so dass da von seiner Seite aus auch oft kein Interesse besteht, ordentlich darüber zu reden. Genau so hätte er aber auch Erinnerungen an Personen, die ihn ganz normal ansprachen und von ihm eine ordentliche Antwort bekamen.

Ein weiterer Punkt, der kritisiert wird, ist ein Balladenabend, den Nigel bei einem jahrelangen Freund in dessen Haus spielte. Aus meiner Szene-Quelle heißt es „damit Nigel etwas Hartgeld bekommen würde.“ Dieser Holländer soll Nigel angesprochen haben, ob er das Konzert würde aufnehmen dürfen, um da später in Deutschland eine CD draus zu machen. Ein mit dem Holländer befreundetes Label willigte ein, diesen Live-Abend auf CD zu pressen und zu vertreiben, damit er zusätzlich etwas Geld bekäme. Von dieser CD seien 100 Stück gepresst worden, doch diese sollen sich nach Aussagen eines Händlers nicht verkauft haben. Er bestellte sich 5 Stück dieser CDs und nach sechs Monaten hatte er davon immer noch 3. Dies sei damit zu erklären, so die Quelle, dass Brown aus einer „Vergangenheit zurückkäme, wo sich CDs noch verkauft haben“. Dies sei heute anders. Brown jedoch beschrieb auch diese Situation anders. Er erzählte, dass der Holländer ihn kurz nach der Aufnahme angeschrieben hätte und dort der Pädophilie und des Drogenhandels beschuldigt hätte, worauf Brown sehr ungehalten reagierte. Er soll diese CD nicht für Geld aufgenommen haben, sondern spielte frei und bekam lediglich 5 Frei-CDs. Auch heute noch spiele er für diesen Freund (nicht den Holländer) ohne Gage.

Aus meiner Quelle erfahre ich dann, dass in der Zeit danach es noch einen Streit gab, weil Brown angeblich keinen Vertrag beim damals führen Label Opos Records bekommen haben soll, da der Labelbetreiber ebenfalls die Gerüchte über Brown gehört hätte. Doch auch hier sagte Brown nur, dass er lediglich den Kontakt bekommen haben soll, um in Erfahrung zu bringen, ob es noch mehr Exemplare der Netherland-CD gäbe, weil viele Leute danach fragen würden. Am Anfang war bezüglich des Kontaktes alles gut, doch dann nahm man dort die CD aus dem Verkauf, weil man dort ebenfalls von den Gerüchten hörte. Nigel reagierte darauf sehr wütend, weil auch hier den Gerüchten geglaubt wurde, ohne dass man mit ihm gesprochen hätte.

2017 wurde eine Tour mit der Band Fortress organisiert, wo Nigel versucht haben soll, Kontakt mit dem Sänger Scott aufzunehmen, so heißt es. Dieser lehnte jedoch ab. In beiden Fällen soll es zu Shitstorms von Seiten Nigels gekommen sein, was dieser jedoch bestreitet. Er weiß davon nach eigenen Aussagen gar nichts und hätte auch nicht versucht, Scott zu kontaktieren. Nigel war 2017 ausschließlich mit dem Sorgerechtsstreit bzgl. seiner Kinder beschäftigt und keine Zeit für Musik gehabt und auch keine Kontakte versucht zu knüpfen.

Ein weiter Vorwurf ist der der Vergewaltigung einer Minderjährigen. Dies soll auf einem Konzert in Schweden zu Beginn der 90er Jahre passiert sein. Nigel sagte, er ging lediglich mit einem 18jährigen (also volljährigen) weiblichen Fan heraus und hätte mit ihr einvernehmlichen Sex gehabt. Auch spielte er weiter auf dem Festival, was bei einer Vergewaltigung in der rechten Szene – gerade in Schweden – so nicht möglich gewesen wäre. In den folgenden Jahren spielte er dort auch auf weiteren Festivals, ohne dass er etwas davon gehört hätte und machte dort auch Aufnahmen bei Midgard Records, wo er in jener Zeit Gast des damaligen Betreibers des Labels gewesen sein soll. 2013 kontaktierte er das Label erneut, da eine CD von No Remorse herausgebracht werden sollte und Nigel die Rechte an den von ihm eingespielten Songs hatte. Daraufhin wurde er laut eigenen Aussagen als „Jude“ und „Pädophiler“ beschimpft, der in Schweden das junge Mädchen (damals 18 Jahre alt) „vögelte“. Zu diesem Zeitpunkt lachte Nigel noch darüber, da er dies für einen sehr schlechten Witz hielt.

Später, im Jahr 2019, hörte er jedoch erneut von diesen Vorwürfen er Vergewaltigung und versuchte herauszufinden, woher diese stammen. Ein Hinweis eines Schweden besagte, dass diese dort das Gerücht aus England gehört hätten, die Schweden selbst glauben diesem jedoch nicht. Da Nigels Exfrau diese Geschichte von damals kannte, benutzte sie nun diese, um seinen Ruf damit weiter zu schädigen. Nigel kennt viele Leute, die ihm davon berichteten und auch Screenshots zusendeten. Sie behauptete in eMails unter anderem, dass er auch von Interpol gesucht werden würde, was jedoch falsch ist. Auch versuchte seine Exfrau diese Verleumdungskampagne bei der jetzigen Freundin Nigels, die dem jedoch ebenfalls keinem Glauben schenkte.

Alles in allem eine sehr unschöne Geschichte mit vielen Akteuren. Wer letzten Endes Recht hat, kann ein Außenstehender wie ich nicht sagen. Aber ich weiß, dass Nigels Aussagen ruhig und plausibel waren und er geduldig auf alle Nachfragen antwortete. Er verstrickte sich nicht in Widersprüchen und alle Bausteine des zweistündigen Gesprächs ergaben ein schlüssiges Gesamtbild.

Aktuell hat Nigel eine Vielzahl musikalischer Projekte, zu denen er im einzelnen Detail aber aus persönlichen Gründen keine Auskunft gibt. Allerdings ist eine weitere Soloscheibe in Planung. Es soll einen Nachfolger seiner Mini-Balladen-CD mit 10 Liedern geben. Die aktuelle CD „Cross my Heart“ könnt ihr über seine Bandcamp-Seite für kleines Geld erwerben und ihn damit unterstützen.

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Teilweise, weil das die einzige Möglichkeit ist, wie man an der Macht bleibt und 60% Zustimmungsquoten in Moskau bekommt. Aber auch weil wir das Versprechen nicht hielten, das George H. W. Bush und Jim Baker dem damaligen Außenminister der Sowjetunion, aus der ja dann Russland wurde, Eduard Schewardnadse, und Gorbatschow und später Jelzin gaben. Und Jim sagte nahezu wörtlich, dass dafür, dass ihr (Anm. d. Autors: die Sowjetunion) kein Geheule über den größten diplomatischen Triumph des späten zwanzigsten Jahrhunderts die Wiedervereinigung Deutschlands anstimmt, wir mit der NATO keinen Zoll weiter nach Osten rücken würden; das sind Jim Bakers Worte. Was tat Bill Clinton? Er ging keinen Schritt weiter nach Osten. Nein. Bei ihm waren es ganze Länder. Er und Obama hielt das aufrecht beabsichtigte sogar Georgien und die Ukraine (Anm. d. Autors: in die NATO aufzunehmen). Wir stifteten sogar die Revolution in Kiew an. Was sollte Putin tun? Ein Drittel der sowjetischen (Anm. d. Autors: Er müsste hier wohl »russischen« sagen) schweren Waffen kommen aus der Ukraine. Die wichtigste Marine-Basis, nein Basen, Sewastopol und Odessa sind dort. Odessa könnte als nächstes dran sein, es ist militärisch sogar wichtiger als die Krim. Was sollte er angesichts einer solchen Stichelei, einer solchen Kampfansage tun?« 1 Weiterführende Literatur findet man insbesondere in Kees van der Pijls Buch über den Abschuss von MH17 (PapyRossa Verlag). Gleiches gilt für die Analyse der Schüsse auf dem Maidan, die von Ivan Katchanovski auf Academia.edu verfügbar ist. Aus diesem Grund wird über die Schüsse auf dem Maidan als auch den Abschuss von MH17 in diesem Buch nur am Rande eingegangen. Das Buch zeigt auf, dass fast alle Voraussagen, welche die Kritiker der Regierung der EU, der NATO und Deutschlands schon 2014 uns 2015 angebracht hatten, berechtigt waren.

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