Fernseher

Frankfurt/Main (ots/Raven)Die seit dem Frühjahr 2020 andauernde Corona-Krise beeinflusst das Leben der Bevölkerung in Deutschland auf vielfältige Weise. Die Fachzeitschrift „Media Perspektiven“ stellt in ihrer aktuellen Ausgabe vier Studien vor, die speziell die Veränderungen in der Mediennutzung und der Medienberichterstattung im Fokus haben. Eine Sonderauswertung der ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie belegt, wie sich mit dem Lockdown ab März der Alltag vieler Menschen veränderte: Der Anteil der Berufsarbeit zu Hause („Homeoffice“) stieg, während außerhäusliche Aktivitäten, soziale Kontakte und die Mobilität insgesamt deutlich abnahmen. Es wurde mehr Zeit mit Medien verbracht, aber nicht alle Medien konnten davon in gleicher Weise profitieren. Insbesondere das lineare Fernsehen wurde während des Lockdowns intensiver genutzt als zuvor, auch die Buchlektüre nahm zu. Dies bedeutet aber nicht, dass es mehr genutzt wurde, als beispielsweise die alternativen Medienkanäle.

Eine Panelbefragung der Universitäten Mainz und Düsseldorf zeigt: Je nachdem, woher die Bürgerinnen und Bürger ihre Information hauptsächlich bezogen, prägten die gewählten Informationsquellen das Bild von der Corona-Krise. Je mehr die Menschen auf Informationen der etablierten Medien, vor allem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zurückgegriffen haben, desto eher hatten sie den Eindruck, dass die Gesellschaft in der Krise zusammenhält Die Nutzung alternativer Nachrichtenangebote und einflussreicher Onlinekommunikatoren ging einher mit der Wahrnehmung einer angsterfüllten und dramatisierten öffentlichen Debatte.

Eine von der TU Ilmenau und der Universität Bern entwickelte Typologie der deutschen Bevölkerung, die nach „Kritikern“ und drei unterschiedlichen Gruppen von „Unterstützern“ der staatlichen Corona-Politik differenziert, kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Unterstützergruppen der Corona-Berichterstattung in den Medien stärker vertrauen als die Kritiker. Bei den Kritikern hingegen ist die Themenverdrossenheit deutlich höher ausgeprägt. Die Typen unterscheiden sich demnach weniger darin, wie sie die Medien nutzen, als in der subjektiven Wahrnehmung der „Corona-Welt“ und der Medienberichterstattung.

Die Analyse des Umfangs der Corona-Berichterstattung in ARD/Das Erste, ZDF, RTL und Sat.1 zeigte, dass in den vier untersuchten Hauptnachrichtensendungen und zwei Nachrichtenmagazinen zwischen Januar und September 2020 mehr als die Hälfte der Sendezeit auf Beiträge zum Themenbereich Corona entfiel. Speziell in den Hauptnachrichten betrug der Anteil von Corona-Themen an der Sendezeit phasenweise über 90 Prozent. Zusätzlich wurden in den vier Programmen rund 46 Sendestunden mit aktuellen Sondersendungen zur Pandemie ausgestrahlt. Knapp 80 Prozent davon entfielen auf Sendungen des Ersten und des ZDF.

Die Ergebnisse der vier Studien sind auf www.media-perspektiven.de verfügbar.

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Dieses Buch beschreibt einen Teil der Epoche, in der die deutsche Politik versuchte, im Schatten des großen Imperiums, der USA, wieder zurück auf die Bühne der Weltpolitik zu kommen. Und zwar mit den alten Methoden, die seit Machiavelli zu den Werkzeugen der Politiker gehören. Ein Land sollte aus der Neutralität und den wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland gezwungen werden, um es in die NATO einzugliedern. Ein Protagonist der größten Partei Deutschlands sollte zum Präsidenten der Ukraine gemacht werden, unter anderem, indem Unruhen unterstützt wurden. Alles, was in der Ukraine seit 2014 bis heute passierte, war vorhersehbar. Und wer dieses Buch liest, der wird verstehen, dass auch das westliche, natürlich auch das deutsche Politikestablishment wusste, was passieren würde, obwohl es etwas vollkommen Anderes vorhersagte. Politische Ethik wird geleitet von Zielen wie Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, wobei sie jedoch oft im Widerspruch zu Gemeinwohl oder den Interessen von Individuen oder anderen Gemeinschaften oder Einzelpersonen stehen. Da aber der Inhalt der Begriffe Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit schon immer unterschiedlich interpretiert wurde, wird auch politische Ethik unterschiedlich interpretiert. Politische Akteure nutzen mehr und mehr die Werkzeuge der Täuschung, Lügen, Propaganda, um die Allgemeinheit zu überzeugen, dass sie »ethische« politische Entscheidungen treffen, die allerdings bei aufrichtiger bzw. vollständiger Information der Allgemeinheit von dieser nicht als »ethisch« vertretbar gesehen würden. Damit die Allgemeinheit darüber aber urteilen kann, müssen Täuschungen, Lügen und Propaganda durchsichtig gemacht werden. Mein Dank geht insbesondere an Prof. Richard Sakwa für die Erlaubnis, Zitate, übersetzt ins Deutsche, aus seinem Buch »Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands« (Tauris Verlag) in einer kritischen Betrachtung der Ukraine-Narrative und seines Buches zu verwenden. Es war in meinen Augen bis Anfang 2016 die beste Beschreibung der Ereignisse, und meine Kritik gilt nicht der Fakten-Analyse, sondern den daraus erfolgten Schlussfolgerungen. Richard Sakwas hauptsächliches Problem war meines Erachtens der erlaubte Rahmen der Diskussion. Nach der Tatsachenbeschreibung erfolgt die Analyse und immer, wenn Sakwa von »Unerfahrenheit«, »unbewussten Fehler«, oder »Fehleinschätzungen« hinterfragte ich, ob die Dummheit und Naivität der europäischen (und US-) Politiker wirklich so groß waren, wie es den Anschein hatte. Und in vielen Fällen habe ich den Rahmen der erlaubten Diskussion verlassen und die Meinung vertreten, dass die Protagonisten der westlichen Politik im Jahr 2014 sehr wohl wussten, was sie taten. Nicht nur der Vortrag eines Insiders, von Lawrence Wilkerson, u. a. Stabschef des US-Außenministers Powell in der Zeit der Präsidentschaft von George W. Bush, verrät, dass ihnen sehr wohl bewusst war, was sie taten. »Auch der Mainstream der Medien lässt seine Rezipienten die Bürger im Stich. Er klärt über diese Vorgänge nicht auf, oft geschieht sogar das Gegenteil, medial wird ein Schleier der Naivität ausgebreitet. Da wird ein Bild in schwarz-weiß von Schurken und Guten präsentiert, das hilft, am Kern des Übels immer mit großer Zielsicherheit vorbeizuschießen. Dann kommt einer wie Wilkerson, der im Inneren des Machtzirkels dabei war, und redet Klartext. Hier wieder aus dem Vortrag ein Beispiel über den Ukraine-Konflikt: Wilkerson: () Warum tut Putin das, was er tut? Teilweise, weil das die einzige Möglichkeit ist, wie man an der Macht bleibt und 60% Zustimmungsquoten in Moskau bekommt. Aber auch weil wir das Versprechen nicht hielten, das George H. W. Bush und Jim Baker dem damaligen Außenminister der Sowjetunion, aus der ja dann Russland wurde, Eduard Schewardnadse, und Gorbatschow und später Jelzin gaben. Und Jim sagte nahezu wörtlich, dass dafür, dass ihr (Anm. d. Autors: die Sowjetunion) kein Geheule über den größten diplomatischen Triumph des späten zwanzigsten Jahrhunderts die Wiedervereinigung Deutschlands anstimmt, wir mit der NATO keinen Zoll weiter nach Osten rücken würden; das sind Jim Bakers Worte. Was tat Bill Clinton? Er ging keinen Schritt weiter nach Osten. Nein. Bei ihm waren es ganze Länder. Er und Obama hielt das aufrecht beabsichtigte sogar Georgien und die Ukraine (Anm. d. Autors: in die NATO aufzunehmen). Wir stifteten sogar die Revolution in Kiew an. Was sollte Putin tun? Ein Drittel der sowjetischen (Anm. d. Autors: Er müsste hier wohl »russischen« sagen) schweren Waffen kommen aus der Ukraine. Die wichtigste Marine-Basis, nein Basen, Sewastopol und Odessa sind dort. Odessa könnte als nächstes dran sein, es ist militärisch sogar wichtiger als die Krim. Was sollte er angesichts einer solchen Stichelei, einer solchen Kampfansage tun?« 1 Weiterführende Literatur findet man insbesondere in Kees van der Pijls Buch über den Abschuss von MH17 (PapyRossa Verlag). Gleiches gilt für die Analyse der Schüsse auf dem Maidan, die von Ivan Katchanovski auf Academia.edu verfügbar ist. Aus diesem Grund wird über die Schüsse auf dem Maidan als auch den Abschuss von MH17 in diesem Buch nur am Rande eingegangen. Das Buch zeigt auf, dass fast alle Voraussagen, welche die Kritiker der Regierung der EU, der NATO und Deutschlands schon 2014 uns 2015 angebracht hatten, berechtigt waren.

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