Konzentrationslager Auschwitz

Die Nazi-Jagd geht weiter. Wieder einmal wird in der Bundesrepublik eine hochbetagte alte Dame angeklagt. Irmgard F. hat von 1943 bis 1945 im Konzentrationslager (KL) Stutthof als Sekretärin für den Kommandanten Paul Werner Hoppe gearbeitet. Sie war damals 17 bis 20 Jahre alt.

Heute ist Irmgard F. 95 Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim im Kreis Pinneberg. Doch selbst dies schützt sie nicht vor der geschmacklosen Anklage der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Deren Auffassung zu Folge hat F. mit ihrer Tätigkeit als Stenotypistin und Sekretärin des Lagerkommandanten in mehr als 10.000 Fällen zum Mord Beihilfe geleistet. Da die Dame zum Tatzeitpunkt unter 21 Jahre alt war, gilt die Seniorin in dem Verfahren als Heranwachsende.

Irmgard F. wäre die erste Sekretärin, die verurteilt werden würde, wenn das Gericht die Klage zulässt und F. für „schuldig“ befunden wird. Es wird hier der Eindruck erweckt, dass dem Staat so langsam die SS-Leute wegsterben, so dass jetzt auch Sekretärinnen für eine für manchen wahnhaft wirkende Verfolgung herhalten zu müssen.

In Deutschland sind in den vergangenen Jahren zahlreiche hochbetagte frühere KL-Wächter vor Gericht gebracht worden, die in früheren Jahrzehnten ungeschoren davon gekommen waren. Grund ist eine veränderte Rechtsauffassung, nach der heutzutage jeder als schuldig gilt, der mit seinem Dienst zum Funktionieren eines Lagers beitrug, unabhängig von seinen individuellen Taten. Demnach scheinen als Nächstes wohl auch die Köche eine Anklage fürchten müssen und wenn es diese nicht mehr gibt, die Nachfahren.

Stefan Raven News sagt, der Bogen der Geschmacklosigkeit ist hier längst überschritten.

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