Elend

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung („Mehrkindfamilien gerecht werden“) zeigt anschaulich, dass rund ein Drittel (32 Prozent) aller Familien mit drei oder mehr Kindern als einkommensarm gilt, 18 Prozent erhalten Leistungen nach Sozialgesetzbuch II. Fast die Hälfte der Kinder in den 1,3 Millionen Mehrkindfamilien (46 Prozent) in Deutschland lebt im SGB-II-Bezug, ist damit unmittelbar von Armut betroffen. Bei Alleinerziehenden mit mehreren Kindern sind über 86 Prozent auf Sozialleistungen angewiesen.

Die Studie legt auch dar, wie aktuelle Krisen (Corona-Pandemie, Energiekrise, Ukraine-Krieg) insbesondere für Mehrkindfamilien eine hohe Belastung darstellen. Von Betreuungsproblemen über Wohnungsnot bis hin zu Inflation und Energiepreisen sind es Familien mit drei und mehr Kindern, die finanziell am härtesten betroffen sind. Gerade die intensive Betreuung zwingt Eltern mehrerer Kinder oftmals, auf Einkommensmöglichkeiten zu verzichten, obwohl das Geld dringend benötigt würde.

Dazu erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Gereon Bollmann, Mitglied im Familienausschuss des Bundestages:

„Die Bertelsmann-Studie ist alarmierend: Mehrkindfamilien in Deutschland sind häufiger armutsgefährdet als Haushalte mit weniger Kindern. Dabei sind gerade sie es, die dafür Sorge tragen, dass der Generationenvertrag am Leben gehalten werden kann. Ohne Mehrkindfamilien wären unsere solidarisch ausgerichteten Sozialversicherungssysteme schon längst kollabiert. Dabei leisten Eltern, und vor allem die Mütter, enorm viel in der Betreuung ihrer Kinder. Hierfür verzichten sie oftmals auf berufliche Karriere und damit Rentenansprüche.

Wir als Gesellschaft sind es Eltern mit drei und mehr Kindern daher schuldig, diesen Familien mit mehr Respekt und Wertschätzung, vor allem aber finanzieller Unterstützung und Hilfe zu begegnen.

Wir fordern daher, die Familie als wertegebende Grundeinheit finanziell und ideell zu stärken. Die derzeit bestehenden finanziellen Nachteile, die Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen erleiden, müssen korrigiert werden. Insbesondere muss es auch in den bildungsnahen, mittleren Einkommensschichten wieder möglich sein, zukunftsgerichtet für eine Mehrkindfamilie zu sorgen, ohne sich dabei einem Armutsrisiko auszusetzen.“

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