Wildnis

Aufruf an die Politik für gemeinsames Handeln zur Erreichung des Zwei-Prozent-Wildnisziels

Berlin/Frankfurt. Die Initiative „Wildnis in Deutschland“ – ein Bündnis von 19 namhaften Naturschutzorganisationen – stellt heute ihre „Agenda für Wildnis“ vor. Darin appelliert sie an verschiedene politische Ressorts, ihren Beitrag für mehr Wildnis in Deutschland zu leisten. Die Bundesregierung hat ihr selbst gestecktes Ziel, bis 2020 auf zwei Prozent der Landesfläche große Wildnisgebiete auszuweisen, deutlich verfehlt. Gerade einmal 0,6 Prozent sind bislang erreicht.

Die „Agenda für Wildnis“ zeigt auf, wie wichtig Wildnisgebiete für die Erreichung vieler gesellschaftspolitischer Ziele sind. Wildnis bewahrt nicht nur unsere biologische Vielfalt, sondern mindert auch negative Effekte des Klimawandels, kann vor Hochwasser schützen und trägt über Tourismuseffekte positiv zur Regionalentwicklung bei. Deshalb fordert die Initiative „Wildnis in Deutschland” von Bund und Ländern, beim Thema Wildnisschutz ressortübergreifend zu handeln.

Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt: „Forderungen aus Deutschland zum Schutz von Tropenwäldern, Korallenriffen oder Savannen sind nur dann glaubwürdig, wenn wir auch hierzulande bereit sind, die letzten Reste unserer wilden Natur zu schützen und wieder Wildnisgebiete zuzulassen. Landschaften, in denen sich die Natur frei von menschlichen Eingriffen entwickeln kann, wie beispielsweise die Goitzsche-Wildnis bei Bitterfeld, ein erfolgreiches Projekt des BUND.“

Konkret regen die Naturschutzverbände an, künftig mit freiwerdenden Flächen im ländlichen Raum bestehende Wildnisgebiete zu erweitern oder miteinander zu vernetzen anstatt sie zu privatisieren. Außerdem sollte mindestens ein Prozent des Budgets für den Bundesfernstraßenbau in die (Wieder-)Vernetzung von Kernflächen des Naturschutzes, insbesondere von Wildnisgebieten investiert werden. Finanzielle Anreize wie Vergünstigungen bei der Grundsteuer, den Grundabgaben oder bei der Erbschaftssteuer sollen private Flächeneigentümer motivieren, geeignete Flächen ihres Grundbesitzes für die Wildnisentwicklung zur Verfügung zu stellen.

Ein erfreulicher erster Schritt der Bundesregierung ist aus Sicht der Initiative „Wildnis in Deutschland“ der Wildnisfonds. Mit diesem neuen Förderprogramm unterstützt die Regierung den Kauf von Flächen, auf denen Wildnis entstehen darf.

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