Spiegel instrumentalisiert Flutopfer

Am 24. Juli 2021 war der Spiegel in der vom Hochwasser betroffenen Ortschaft Schuld (Ahr) zugegen, um Material für medial zu streuende Falschnachrichten über “rechte Helfer” zu sammeln, die die Hochwasseropfer vermeintlich instrumentalisieren würden. Womit die der Redakteur, Adrian Altmeyer, und sein Team nicht gerechnet haben, ist nicht nur der Protest der Betroffenen und “übrigen Helfer”, sondern auch das erscheinen eines der besten investigativen Videojournalisten Deutschlands vor Ort, Mattheus Westphal – besser bekannt als Aktivist Mann.

Der Journalist frage die Spiegelredakteure direkt, ob sie jetzt wieder über die rechten Helfer berichten wollen. Die Antwort des Redakteurs: “Wir lassen dies dieses Mal sein. Keine Angst.” Anschließend klärte Westphal die Spiegel-“Reporter” darüber auf, dass man in Deutschland keinen Presseausweis benötigt. Doch nur wenige Minuten später scheint sich der Spiegelmitarbeiter nicht mehr an seine eigenen Worte zu erinnern. “Warum versuchen Sie eigentlich das Elend der Leute hier auszunutzen und Ihre PR-Masche zu machen”, fragt dieser den Journalisten Westphal mit hängenden Schultern. Aktivist Mann klärte den Redakteur über seine Tätigkeiten aus 25 Ländern weltweit auf. Offenbar scheint dieser jene nicht zu kennen. “Aber Sie und Herr Elsässer versuchen sich hier schon als Retter in der Not zu installieren. Sie sind ja eindeutig politische Aktivisten”, entgegnete der Redakteur. Warum dieser meint, Journalisten als politische Aktivisten zu bezeichnen und warum diese keinen Anspruch haben, zu helfen, erläuterte er dabei nicht. “Wo das Elend ist, da sind die Rechten auch nicht weit”, ergänzte er mit selbstzufriedenem Lachen auf seinen sonst starren und kühlen Gesichtszügen. Westphal fragte welche Rechten. “Die Rechtsextremen”, entgegnete der Spiegelmann mit selbstsicherem Gesicht und schien sich dabei über irgendetwas zu freuen. Mattheus Westphal, der selbst Migrationshintergrund hat, sagte, dass es diese hier nicht gebe und er sich davon auch distanziere, denn Extreme hätten immer auch mit Gewalt zu tun und damit hätte er nichts zu tun.

Ob er sich schäme, fragte der Spiegelmitarbeiter. Also, ob sich der Aktivist Mann für die selbe Arbeit schäme, die auch der Spiegel vor Ort zu tun vorgibt, nämlich Berichterstattung. Westphal sprach diesen dann auf die 2 Millionen-Spende von Bill Gates an den Spiegel an und fragte, ob diese sich deswegen schämen würden. Es wurde abgewunken und einen schönen Tag gewünscht. Unserer Beobachtung zur Folge hätte der Spiegel längst finanzielle Abstriche machen müssen, wenn er nicht immer wieder auf großzügige Spenden zurückgreifen könnte. Denn der Spiegel betreibt seit Jahren immer wieder bewusste falsche Berichterstattungen, so z. B. durch Claas Relotius oder Melanie Amann.

Und dann stellte sich die anfängliche Behauptung des Spiegel auch hier wieder als Lüge heraus. Man wollte nicht von der Flutkatastrophe und dem Geschehen vor Ort berichten, sondern bewusst vermeintliche “rechte Helfer” in Szene setzen, die die Katastrophe instrumentalisieren würde und schreckte auch nicht davor zurück, dafür Opfer und anderweitige Helfer zu missbrauchen. Anne (26), eine Landwirtin Helferin der ersten Stunde, wollte sich das nicht gefallen lassen. Während sie zusammen mit einer Anwohnerin neben einem der Hilfstransporter des Compact-Magazins stand, schien der Spiegel seine Chance zu widmen und stellte hetzerische Fragen. “Eine der Fragen lautete sinngemäß: Was halten Sie davon, dass Rechtsextreme die Krise für ihre Zwecke instrumentalisieren und Spenden verteilen? Die Anwohnerin (nicht im Video) antwortete ganz verdattert, dass man den Leuten nicht in den Kopf gucken kann und fühlte sich, wie Anne auch, total überrumpelt”, berichtet Westphal. So verfolgte diese das Spiegel-Team und pochte darauf, dass diese hetzerischen Aufnahmen von nicht nicht veröffentlicht werden. Der Tontechniker sagte, er würde es weiterleiten, ob der Aufnahmeleiter das aber so umsetze, wisse er nicht. Darum konfrontierte man diesen noch einmal direkt. Westphals Kamera lief mit Erlaubnis der engagierten Landwirtin die ganze Zeit mit.

Ein Anwohner schritt ebenfalls ein und sprach den Spiegelmann ebenfalls an, dass die Dame mit ihm reden würde. Zuvor wurde sie ignoriert. “Ich arbeite gerade”, antwortete Altmeyer. Doch der Anwohner sagte: “Das ist meine Familie und ich möchte nicht, dass Sie diese filmen.” Schließlich stimmte der Spiegel-Redakteur zu, das Material nicht auszustrahlen. Ob er sich daran hält, wird die nähere Zukunft zeigen. Das gefunden geglaubte Fressen des Fake-Mediums wurde so zumindest an dieser Stelle der politischen Hetze entzogen.

Die Landwirtin Anne lässt sich die politische Instrumentalisierung durch den Spiegel nicht gefallen. © Mattheus Westphal
Anfangs behauptete der Spiegel noch nicht über vermeintliche Rechte zu berichten. © Mattheus Westphal
Doch der wahre Grund des Auftritts des Fake-Mediums wurde schnell klar. © Mattheus Westphal

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