Süddeutsche Zeitung

In der Regel ignorieren wir die sogenannten Mainstreammedien völlig, da sie für uns uninteressant sind. Fallende Leserzahlen, als auch schlechte Recherchen von mies bezahlten “Journalisten”. Wir sehen da keinen Mehrwert. Manchmal lohnt es sich aber doch ein Auge darauf zu werden. Auf Links zu dem beschriebenen Beitrag und anderen Quellen verzichten wir bewusst, da wir diese “Medien” weder mit Backlinks, noch mit Klickzahlen unterstützen wollen.

“Wer den Hass verbreitet” heißt ein Artikel der Onlineseite der Süddeutschen Zeitung vom 7. Mai 2021. Gemeint sind damit “Telegramakteure”. Und genau da fängt das schon an. Was ist ein Telegramakteur? Gibt es denn auch YouTube-Akteure, Facebook-Akteure oder Ähnliches? Da wir uns als Journalisten mit Rhetorik auskennen, ist uns hier klar, dass dies ein Artikel werden soll, der (wieder einmal) gegen vermeintliche Verschwörungstheoretiker hetzen soll und mit “Telegramakteure” wird das erste Wort einer negativen Assoziationskette gebildet.

Gefolgt wird es mit Kampfbegriffen wie “Querdenker”, “Verschwörer” und “Rechte”. Begriffe, die die gleich darauf genannten “Akteure” ins negative Licht stellen sollen. Von gefährlichen Inhalten ist die Rede. Von “Verschwörungserzählungen, Hass und Hetze”.

Sabrina Ebitsch ist ausgebildete Journalistin. Doch im kritisierten Artikel merkt man davon nichts. Quelle vom Screenshot: Süddeutsche Zeitung

Anfangen tut das schlecht recherchierte Pamphlet mit Ken Jebsen. Einen Journalisten, der seine eigenen Medienanstalt gründete und diese ist sehr erfolgreich – vergleichbar mit dem RBB, was Reichweite anbelangt. Jebsen hat zahlreiche prominente Gäste, macht Talkrunden, hat ein großes Team, an Professionalität lässt es nichts zu wünschen übrig. Jebsen fragt nach, lässt Menschen zu Wort kommen und auch Menschen, die in den Mainstreammedien nicht zu Wort kommen. Das missfällt genau diesen natürlich und darum machen sie Jagd auf den Medienprofi. Es wird behauptet, Jebsen hätte Falschinformationen über Corona verbreitet, einen Beleg bleibt die SZ aber schuldig. Auch spricht sie von einer geschrumpften Reichweite, doch ist diese gerade seit Corona noch einmal enorm gestiegen. Und was völlig unter dem Teppich fällt: KenFM hat seit einem Jahr nur noch Videos auf YouTube angeteasert und die Inhalte ausschließlich auf seinem eigenen Portal veröffentlicht.

Anschließend ist die Rede von dem Querdenker Bodo Schiffmann. Es heißt: “Für die Corona-Kritiker- und -Leugner-Gemeinde ist Bodo Schiffmann ein Glücksfall: Er ist Arzt und hat damit einen vermeintlichen Expertenstatus bei Themen rund um das Virus…” Und wieder einmal stellen wir uns die Frage, was ein Corona-Leugner sein soll. Man kann nur etwas leugnen, wenn man von etwas überzeugt ist. Das widerspricht sich. Warum bei dem HNO-Arzt Schiffmann aber nur einen “vermeintlichen Expertenstatus” haben soll, suchen wir im Artikel wieder vergebens. Bodo Schiffmann ist studierter Mediziner und hat promoviert. Welche Kenntnis haben die beiden linksextremen Schreiberinnen, um ihm dieses Fachwissen abzusprechen? Und welchen medizinischen Titel haben sie inne, um bewerten zu können, ob Dr. Schiffmann ein Experte ist oder nicht?

Auch die hier grimmig schauende Berit Kruse muss das Journalistenhandwerk erst noch lernen. Quelle-Screenshot: Twitter

Doch es wird noch absurder. Anschließend wird der Musiker Xavier Naidoo als QAnon-Propagandist bezeichnet. Richtig ist, dass Naidoo häufiger auch etwas aus qanon-nahen Kanälen teilt, wenn er es interessant findet. Dies heißt aber noch lange nicht, dass er diese Meinung in jedem Fall teilt. Oft genug hat er es in seinen Beiträgen selbst gesagt. Es heißt, er hätte innerhalb eines Jahres mehr als 10.000 Nachrichten verschickt. Doch was die Möchtegernjournalisten hier übersehen ist, dass der Kanal gar nicht von Xavier Naidoo alleine betrieben wird, sondern zusammen mit anderen Personen. Und wer welche Inhalte dort erstellt hat, wird in der Hetzkampagne nicht erwähnt.

Zu guter Letzt ist von Nikolai Nerling, dem Volkslehrer die Rede. Man nennt ihn bewusst Blogger, nicht Journalist. Doch scheint uns das eher umgekehrt zu sein, denn Nerling macht saubere, objektive journalistische Arbeit, was man von den Hetzartikelschreibern Sabrina Ebitsch und Berit Kruse nicht behaupten kann. Beide haben ein typisches linksextremes Erscheinungsbild. Diese beiden Damen bezeichnen BitChute sogar als rechte Videoplattform. Es wird ihm auch unterstellt, er wäre als Aktivist beim vermeintlichen Reichstagssturm dabeigewesen. Doch Nerling war nur als Journalist vor Ort, hielt jedoch kurz zuvor eine Rede, da er eingeladen wurde. “Zufall?”, fragt eine der übereifrigen SZ-Redakteurinnen. Ja, Zufall, denn Stefan Raven News war auch vor Ort und kann bezeugen, dass es keinen Sturm auf den Reichstag gab, sondern lediglich ein friedliches besetzen der Treppen mit Rücken zum Gebäude. Anschließend ging die Polizei mit Reizgas auch auf die anwesenden Kinder los. Und als eine gänzlich andere Akteurin aber eine Rede hielt, war Nerling noch nicht mal auf dem Reichstagsgelände, sondern saß etwas abseits und unterhielt sich mit jemanden. Stefan Raven war bei ihm, da dieser ihm zu Geburtstag einige Tage zuvor gratulieren wollte.

Ebenfalls bringen die Schein-Journalisten der SZ den vermeintlichen Reichstagssturm mit der Querdenkendemonstration am selben Tag in Verbindung. Doch fand diese auf der Straße des 17. Juni statt und war durch Polizeisperren von der Demonstration vor dem Reichstagsgebäude abgetrennt. Es war eine Veranstaltung von Rüdiger Hoffmann, die dort an fast jedem Wochenende stattfindet, so auch an diesem Tag. Auch ist die Rede von Nerlings Videos, die auf YouTube verschwunden sein sollen, wegen Hassrede. Doch veröffentlicht Nerling schon lange nicht mehr auf YouTube, es sind andere Menschen, die seine Inhalte dort teilen. Diese stehen mit ihm selten in Verbindung. Auch wird behauptet, dass er 2019 wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, doch ist dieses Urteil noch lange nicht rechtskräftig und die Aussagen der der beiden Damen somit – wie der gesamte Artikel – falsch und frei erfunden.

Journalismus geht anders. Sabrina Ebitsch und Berit Kruse: Setzen, sechs! Und wer den Hass verbreitet? Die beiden Namen wurden hier genannt.

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