Plastik

Heute erreichte uns eine Pressemitteilung des NABU, der sich seit Jahren für Meere ohne Plastik einsetzt. Dies ist ein nobles Anliegen und Unterstützens wert, doch fallen dabei Zahlen, die einer Grundlage entbehren und Forderungen, die wissenschaftlich nicht nur unhaltbar, sondern falsch sind. Wir zeigen unseren Lesern die (gewollten?) Fehler des NABU auf.

Gleich zu Beginn des Berichts ist von Wasservögeln mit Plastik im Magen die Rede und von Geisternetzen, in denen Robben qualvoll verenden. Beides ist richtig und wird nicht bestritten, sondern von uns auch kritisiert. Die Netze sind ein bekanntes Problem. Manchmal werden diese bewusst illegal im Meer entsorgt, aber häufig lösen sich diese auch, z. B. durch Stürme. Die Problematik in letzterem Fall ist, dass die Netze nicht so einfach aus dem Meer zu fischen sind. Gerade, wenn man bei aufkommendem Sturm ein Netz verliert, dann ist es im Interesse des Fischers, schnell in Sicherheit ans Land zu kommen und nicht nach dem Netz zu tauchen. Auf dem Land befindet man sich bei fast jedem Wetter in mehr Sicherheit als auf offener See und den Müll hier zu entsorgen, bzw. wieder aufzusammeln, ist mit kaum nennbaren Aufwand möglich. Auch wird am Land regelmäßig Müll von Kommunen entsorgt – auch illegaler Müll. Plastik im Magen ist genau so ein Phänomen, wie das Bild des Mageninhalts einer verendeten Robbe, welches Stefan Raven als Kind in einem dänischen Meeresmuseum gesehen hat. Dort wurden zahlreiche Münzen gefunden, aber auch eine Ankerkette. Und der Plastikmüll muss nicht zwangsläufig im Meer entsorgt worden sein. Bei Sturm können leichte Plastikstücke, vor allem Tüten, kilometerweit fliegen und so im Meer landen. Während an Land hier wieder die regelmäßige Reinigung für Abhilfe sorgt, ist dies im Meer schwieriger. Dem NABU und anderen Organisationen, sowie den zahlreichen freiwilligen Helfern gilt hier größter Dank.

Einzelne Plastikbecher am Strand. Von Klimaaktivisten gerne für Propaganda missbraucht. Bild von flockine auf Pixabay 

Doch alles, was dann folgt, grenzt an Polemik. So heißt es: „Bei hunderten Reinigungsaktionen haben NABU-Aktive zusammen mit den Gewässerettern – einer Allianz mit Wassersportlern – mehr als 80 Tonnen Abfälle von Stränden und aus Gewässern geborgen. Über 60 Tonnen Müll holten Fischer aus der Nord- und Ostsee mit der durch den NABU aufgebauten Initiative Fishing for Litter. Mit seinen regelmäßigen Aufräumaktionen unterstützt der  NABU gleichzeitig die Überwachungsprogramme der Küstenländer. So wurden an Fehmarns Stränden auf 100 Meter im Schnitt 69 Müllteile unterschiedlichster Größe gefunden, auf Rügen waren es 114.“ Dies sind Zahlen, die beim Leser eine bewusste Wirkung erzielen soll. Doch schweigt der NABU über deren Zustandekommen. Und dies ist elementar. 80 Tonnen ist eine große Zahl. Doch wie viele Schiffswracks oder zumindest Teile davon waren dabei? Wie viele Teile von Ölbohrinseln und versunkene Bojen? Diese Angaben wären entscheidend, um ein korrektes Bild über die Menge zu bekommen. Den meisten Lesern dürften sonst sicherlich 80 Tonnen Plastiktüten vor den Augen erscheinen, was in der Tat Wahnsinn wäre. Und auf 100 Meter 69 Stücke Müll? Wenn man an vereinzelten Kronkorken, Zigarettenstummel und einen verloren Hosenknopf oder Schnürsenkel denkt, ist das sicherlich eine Verschmutzung, die nicht sein muss, aber die sicherlich unterhalb der Verschmutzung von 100 m2 in einer Berliner Grünfläche liegt. Damit sind die Strände im Verhältnis zu Siedlungsgebieten unterschiedlicher Größe verhältnismäßig sauber. Ebenfalls fehlt bei den Zahlen des NABU die Breite der jeweiligen Strandabschnitte.

Welchen Anteil an den Tonnen von Müll haben Bohrtürme, Schiffwracks und Bojen? Der NABU verrät es nicht. Bild von Couleur auf Pixabay 

Doch der wahre Fauxpas offenbart sich erst noch. Die Politik müsse dafür sorgen, dass mehr recycelt wird und es weniger Einwegverpackungen gäbe. Hier distanziert sich der NABU gänzlich von wissenschaftlicher Arbeit. Denn selbst, wenn man das Plastik recycelt, kann man es nur teilweise als „Regranulat“ wiederverwenden. Und nötig ist Plastik nun einmal. Das Material verwittert und zersetzt sich so gut wie gar nicht. Denn genau das ist auch auch der Sinn von Plastik. Wir denken hier an die Beutel mit Infusionslösungen oder die Behälter mit Bremsflüssigkeit im Auto. Absolut unbestreitbar ist hier die Wichtigkeit des Materials. Unsere Straßen sind viel sauberer als vor 100 Jahren noch und der Mensch gewöhnt sich nach und nach ab, seinen Müll achtlos überall hinzuwerfen. Das Problem ist das momentane Plastik auf dem Müll. Doch nicht der kleine Bürger ist hier das Problem, sondern die Partei Die Grünen. Während umweltschädlich hergestellte Papiertaschen ständig – aber insbesondere bei Regen – reißen, gibt es noch die Einwegkunststoff-Richtlinie des Bürokratie- und Verbotsmonster EU. Demnach sollen Plastikbesteck, Wattestäbchen und Kaffeebecher gänzlich verschwinden. Doch haben auch diese ihre Berechtigung und ihren Mehrwert in unserem gesellschaftlichen Leben. So haben beispielsweise Obdachlose vielfach Plastikbesteck zum Verzerr ihres Salates, da sie nicht mehrfach am Tag Metallbesteck abwaschen können. Oder sollen diese Bambusbesteck nutzen, welches auf Dauer der Umwelt noch mehr schadet, aber dafür einen noch höheren Preis hat? Vielleicht sind ja einige innovative StartUps schon in den Startlöchern und erwarten nur noch auf die künstliche geschaffene Nachfrage durch vermeintliche EU-Klimapolitik.

Windkraft
Plastikproblem Nr. 1: Windkraft

Doch das größte Plastikentsorgungsproblem aller Zeiten haben wir uns allerdings durch die Energiewende der Grünen eingehandelt. Wir haben in Deutschland über 30.000 Windräder, welche eine Unmenge an Plastik und anderen nicht abbaubaren Stoffen in sich tragen. Nach einer Laufzeit von 10 – 20 Jahren bleiben diese irgendwo liegen, können nicht wiederverwertet werden und schädigen die Umwelt. Wie viele Jahre würde es dauern, bis ganz Deutschland mit nicht abbaubaren Windmühlrädern bedeckt ist? Eine Rechenaufgabe für alle, die sich für grüne Energiepolitik interessieren. Eine Zwangshausaufgabe für alle Kids, die zu Fridays for Future gehen. Gleichzeitig könnten diese ausrechnen, wie viele Strohhalme Baerbock & Co. dafür einsparen müssten und wie viel Plastikbesteck verboten werden müsste. Das wahre Umweltproblem sind die Grünen. Sie zerstören die Natur, um die Umwelt zu retten.

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