Renate Künast

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober erklärt Renate Künast, Sprecherin für Tierschutzpolitik:

Es gibt viel zu tun, damit der im Grundgesetz verankerte Schutz der Tiere endlich Realität wird. Allein in Deutschland gibt es 200 Millionen sogenannter Nutztiere, viele davon erleiden schlimme Schmerzen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner tut dagegen allerdings wenig. Noch immer werden 45 Millionen männliche Küken geschreddert. Noch immer ist dazu nichts geregelt – und das, obwohl seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts schon viel zu viel Zeit vergangen ist. Bis zum heutigen Tage gibt es von ihr keine konsequente Zweitnutzungshuhn-Initiative. Ministerin Klöckner schlägt zudem ständig elendig lange Übergangsfristen vor, zuletzt 17 Jahre beim Kastenstand.

Auch bei Tierversuchen steht Deutschland sehr schlecht da. Noch immer läuft ein Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen die Bundesregierung. Diese verhindert bisher das Mindestmaß an Schutz, das Versuchstiere in der EU haben sollen. Eine Strategie zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine stärkere Förderung von Alternativmethoden sind in dieser Legislaturperiode aber nicht mehr zu erwarten.

Es muss sich endlich etwas tun: Von den Tierversuchen, deren Ende eingeleitet werden muss, über ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen sowie eine Bundesbeauftragte für Tierschutz – bis hin zu einer ganz anderen Tierhaltung mit deutlich reduzierten Tierzahlen. Das ist auch im Sinne des Klimaschutzes.

Es ist nicht nur im Sinne der Tiere, sondern auch der Tierschützerinnen und Tierschützer, wenn dieses letzte Jahr der Legislaturperiode schnell zu Ende geht – denn diese Große Koalition ist der Albtraum aller Tiere.

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