Jürgen Köhnlein

München (ots)Was bedeutet die „rote Krankenhausampel“ für die Arbeit der Polizei? Das hat der Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Jürgen Köhnlein, im Interview mit dem Radiosender Antenne Bayern erklärt.

„Es ist eine reflexartige Reaktion der Politik: Die Polizei wird es schon richten.“ so Köhnlein. „Den Druck auf die Veranstalter zu erhöhen, dass diese die Vorgaben einhalten, macht sicherlich Sinn. Dass das nur durch Kontrollen geht, ist auch klar. Aber für flächendeckende Kontrollen haben wir nicht die Einsatzkräfte zur Verfügung. Es können nur Stichpunktkontrollen werden,“ sagte der Gewerkschaftschef gegenüber Antenne Bayern.

„Und wenn dann aber wieder nicht die Strafe auf den Fuß folgt, wie bei der Ahndung der Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen, dann sind diese Ankündigungen der Staatsregierung sicher schön und richtig, aber eben nicht erfolgversprechend. Diese unbefriedigenden Erfahrungen haben wir ja in den ersten drei Wellen gemacht“ so Köhnlein.

Neue und verschärfte Kontrollen bedeuten immer eine Mehrbelastung. „Im Gegensatz zu den Maßnahmen während der andern drei Wellen fahren wir jetzt aktuell schon auf Volllast. Fußballspiele, Demonstrationen – die Veranstaltungslage ist enorm,“ führt der Landesvorsitzende gegenüber dem Radiosender aus, „und gleichzeitig fahren wir auch die Unterstützung der Contact-Tracing-Teams in den Gesundheitsämtern wieder hoch. Also eine enorme Mehrbelastung für die Bayerische Polizei.“

„Ohne die Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei geht das nicht. Die fehlen dann aber wieder bei den anderen Einsätzen oder machen eine Unmenge von Überstunden“ so Köhnlein.

Newsletteranmeldung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.