Betonstück Bahn

Seit ca. zwei Monaten ist Stefan Raven News aufgefallen, dass anscheinend verstärkt Meldungen zu gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr auftauchen. Bundespolizeidirektionen aus dem ganzen Land berichten von wiederholten Vorkommnissen. Grund für uns, einmal bei der Bundespolizeidirektion nachzufragen und das Gesamtmaß in Augenschein zu nehmen.

So berichteten zuletzt die Bundespolizeidirektionen St. Augustin und Hannover von derartigen Vorfällen. Am 27. April teilte erste Stelle mit, dass es in den letzten Tagen drei Mal dazu gekommen sei, dass Betonteile auf die Gleise der Zugstrecke in Oberhausen Sterkrade gelegt worden seien (Titelbild). Am 2. Mai meldete die Behörde aus Hannover gleich zwei Vorfälle. „In Schandelah wurden gestern wiederholt zahlreiche Gegenstände auf die Gleise der Bahnstrecke von Braunschweig nach Helmstedt gelegt. Es kam zu erheblichen Beeinträchtigungen und Sachschäden im fünfstelligen Bereich. In der Zeit zwischen 17:20 Uhr und 18:05 Uhr legten Unbekannte mehrfach Steine, Flaschen, Äste und einen Aluminiumstuhl auf die Gleise. Ein Regionalzug, ein Güterzug und ein InterCity überfuhren die Gegenstände. Durch eine Schnellbremsung entstanden beim Güterzugsogenannte Flachstellen an den Radreifen. Die Lok war nicht mehr betriebssicher und wurde mit geringer Geschwindigkeit ins Ausbesserungswerk nach Hannover gefahren“, heißt es. Und zum anderen Zwischenfall: „…Täter in der Ortschaft Hedemünden größere Betonteile auf die Gleise der Bahnstrecke Richtung Göttingen gelegt. Ein Regionalzug überfuhr die Hindernisse, wurde aber nicht beschädigt. Anschließend konnte ein Folgezug rechtzeitig stoppen, da erneut Betonteile auf den Gleisen lagen.“

Gegenstände auf der Bahnstrecke Braunschweig-Helmdstedt. Foto: Bundespolizeidirektion Hannover

Wir wollten von der Bundespolizeidirektion wissen, ob das ein Phänomenbereich ist, der erst in den letzten zwei Monaten in dieser Größenordnung auftauchte und ob es eine Art „Trend“ sei. Auch zu möglichen Täterkreisen und der Aufklärungstote fragten wir. Darüber hinaus wollten wir uns über die Zahl der zuzuordnenden Taten informieren.

Der Bereich LS 2 – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit antwortete uns heute in Bezugnahme auf die polizeiliche Eingangsstatistik als Datengrundlage. Die Aussage der Bundespolizei geben wir hier im ungekürzten Original wieder:

„In der Summe weisen gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr in den letzten drei Jahren ein gleichbleibendes Niveau auf. Im Phänomenbereich des Bereitens von Hindernissen durch Auflegen von Steinen und sonstigen Teilen zeigt sich im Gesamtjahresvergleich 2019/2020 keine nennenswerte Veränderung. Die bis dato in diesem Phänomenbereich für das Jahr 2021 erhobenen Zahlen (1. Quartal) weisen gegenüber den Vergleichszeiträumen der Vorjahre einen teilweise deutlichen Anstieg auf (ggü. 2020 +33 %; ggü. 2019 +17 %). Insgesamt registrierte die Bundespolizei im Jahr 2019 583 Delikte, im Jahr 2020 580 Delikte und im ersten Quartal 2021 160 Delikte, in denen der gefährliche Eingriff in den Bahnverkehr durch Auflegen von Steinen und anderen Teilen erfolgte. 

Bei den bekanntgewordenen Tätern handelt es sich größtenteils um deutsche Staatsangehörige männlichen Geschlechts, wobei bislang im Jahr 2021 auch vermehrt weibliche Tatverdächtige in Erscheinung getreten sind. Die Taten werden überwiegend von Kindern und Jugendlichen begangen. Da in der Polizeilichen Eingangsstatistik der Bundespolizei Delikte zum Zeitpunkt der Kenntnisnahme erfasst werden, können keine Aussagen hinsichtlich der Aufklärungsquote getroffen werden.  Ausweislich der Polizeilichen Kriminalstatistik, die eine andere Erfassungsgrundlage aufweist und daher keine unmittelbare Vergleichbarkeit zur Polizeilichen Eingangsstatistik zulässt, betrug die Aufklärungsquote in der Deliktgruppe „Gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr“ im Jahr 2020 46,7 % und im Jahr 2019 51,9 %.“

Betonteile auf der Bahnstrecke bei Hedemünden. Foto: Bundespolizeidirektion Hannover

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Mein Dank geht insbesondere an Prof. Richard Sakwa für die Erlaubnis, Zitate, übersetzt ins Deutsche, aus seinem Buch »Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands« (Tauris Verlag) in einer kritischen Betrachtung der Ukraine-Narrative und seines Buches zu verwenden. Es war in meinen Augen bis Anfang 2016 die beste Beschreibung der Ereignisse, und meine Kritik gilt nicht der Fakten-Analyse, sondern den daraus erfolgten Schlussfolgerungen. Richard Sakwas hauptsächliches Problem war meines Erachtens der erlaubte Rahmen der Diskussion. Nach der Tatsachenbeschreibung erfolgt die Analyse und immer, wenn Sakwa von »Unerfahrenheit«, »unbewussten Fehler«, oder »Fehleinschätzungen« hinterfragte ich, ob die Dummheit und Naivität der europäischen (und US-) Politiker wirklich so groß waren, wie es den Anschein hatte. Und in vielen Fällen habe ich den Rahmen der erlaubten Diskussion verlassen und die Meinung vertreten, dass die Protagonisten der westlichen Politik im Jahr 2014 sehr wohl wussten, was sie taten. Nicht nur der Vortrag eines Insiders, von Lawrence Wilkerson, u. a. Stabschef des US-Außenministers Powell in der Zeit der Präsidentschaft von George W. Bush, verrät, dass ihnen sehr wohl bewusst war, was sie taten. »Auch der Mainstream der Medien lässt seine Rezipienten die Bürger im Stich. Er klärt über diese Vorgänge nicht auf, oft geschieht sogar das Gegenteil, medial wird ein Schleier der Naivität ausgebreitet. Da wird ein Bild in schwarz-weiß von Schurken und Guten präsentiert, das hilft, am Kern des Übels immer mit großer Zielsicherheit vorbeizuschießen. Dann kommt einer wie Wilkerson, der im Inneren des Machtzirkels dabei war, und redet Klartext. Hier wieder aus dem Vortrag ein Beispiel über den Ukraine-Konflikt: Wilkerson: () Warum tut Putin das, was er tut? Teilweise, weil das die einzige Möglichkeit ist, wie man an der Macht bleibt und 60% Zustimmungsquoten in Moskau bekommt. Aber auch weil wir das Versprechen nicht hielten, das George H. W. Bush und Jim Baker dem damaligen Außenminister der Sowjetunion, aus der ja dann Russland wurde, Eduard Schewardnadse, und Gorbatschow und später Jelzin gaben. Und Jim sagte nahezu wörtlich, dass dafür, dass ihr (Anm. d. Autors: die Sowjetunion) kein Geheule über den größten diplomatischen Triumph des späten zwanzigsten Jahrhunderts die Wiedervereinigung Deutschlands anstimmt, wir mit der NATO keinen Zoll weiter nach Osten rücken würden; das sind Jim Bakers Worte. Was tat Bill Clinton? Er ging keinen Schritt weiter nach Osten. Nein. Bei ihm waren es ganze Länder. Er und Obama hielt das aufrecht beabsichtigte sogar Georgien und die Ukraine (Anm. d. Autors: in die NATO aufzunehmen). Wir stifteten sogar die Revolution in Kiew an. Was sollte Putin tun? Ein Drittel der sowjetischen (Anm. d. Autors: Er müsste hier wohl »russischen« sagen) schweren Waffen kommen aus der Ukraine. Die wichtigste Marine-Basis, nein Basen, Sewastopol und Odessa sind dort. Odessa könnte als nächstes dran sein, es ist militärisch sogar wichtiger als die Krim. Was sollte er angesichts einer solchen Stichelei, einer solchen Kampfansage tun?« 1 Weiterführende Literatur findet man insbesondere in Kees van der Pijls Buch über den Abschuss von MH17 (PapyRossa Verlag). Gleiches gilt für die Analyse der Schüsse auf dem Maidan, die von Ivan Katchanovski auf Academia.edu verfügbar ist. Aus diesem Grund wird über die Schüsse auf dem Maidan als auch den Abschuss von MH17 in diesem Buch nur am Rande eingegangen. Das Buch zeigt auf, dass fast alle Voraussagen, welche die Kritiker der Regierung der EU, der NATO und Deutschlands schon 2014 uns 2015 angebracht hatten, berechtigt waren.

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