Bademeister

Nachdem es in einem Berliner Freibad vor wenigen Wochen zu Ausschreitungen und einer Prügelei gekommen war, rief vor allem der Boulevard nach Konsequenzen. Nun erläuterte Innenministerin Nancy Faeser (SPD) gegenüber der Bild-Zeitung, dass sie sich vorstellen könne, künftig die Polizei für die Sicherheit in solchen Situationen sorgen zu lassen.

Heini Schmitt, Vorsitzender des dbb-Hessen hält dies für wenig zielführend. „Die Polizei soll mit immer neuen Aufgaben ausgestattet werden, obwohl sich schon jetzt alleine in Hessen jedes Jahr Millionen von Überstunden auftürmen“, sagt er. Als Beispiele für immer neue Aufgaben nennt Schmitt die Kontrolle von Corona-Auflagen, Kontrollen der E-Scooter-Schwemme in den Städten oder die Sicherung der zahlreichen Querdenker-Demonstrationen. „Irgendwann geht die Polizei auf dem Zahnfleisch.“

Deutlich wurde auch der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft DPolG, Rainer Wendt, auf Medienanfragen. Wendt sagte der Bild-Zeitung, es sei „Aufgabe des Veranstalters, Personenkontrollen vorzunehmen und auch zu steuern und notfalls zu begrenzen“. Wendt weiter: „Jeder Diskotheken-Besitzer, der einen ordentlichen Türsteher hat, kann dafür sorgen, dass solches Klientel nicht reingelassen wird. Da kann nicht immer die Polizei kommen.“ Die Polizei sei, so der Gewerkschafts-Boss, „eine Strafverfolgungsbehörde und kein Bademeister-Club. Wir können nicht in allen Schwimmbädern mit Hundertschaften präsent sein“.

Für Heini Schmitt ist die Schwimmbad-Diskussion nur eine weitere Facette der Diskussion, die seit den Ausschreitungen auf dem Opernplatz in Frankfurt oder dem Schlosspark in Stuttgart immer wieder aufgeworfen wird: Eine kleine Minderheit an Personen ermächtigt sich selbst und setzt sich über Gesetze hinweg. „Das Problem ist die konsequente Strafverfolgung“, so Schmitt. Viele Verfahren werden hinterher eingestellt, weil Täter nicht ermittelt werden können oder dauern viel zu lange. „Die Strafe muss unmittelbar auf den Fuß erfolgen, dann entfaltet sie möglicherweise auch eine Abschreckende Wirkung.“

Zudem sieht Schmitt gesellschaftliche Versäumnisse, deren Behebung nicht die Aufgabe der Polizei sein kann. „Wir müssen eine ehrliche Debatte darüber führen, weshalb es gerade immer wieder fast ausschließlich junge Männer mit einem Migrationshintergrund sind, die dermaßen über die Strenge schlagen.“

Dass nun ausgerechnet die Boulevard-Zeitung, die die Diskussion um die Schwimmbäder losgetreten hatte und härteres Vorgehen gefordert hatte, der Bundesinnenministerin Platz einräumt und diese dafür hinterher scharf attackiert ist in den Augen Schmitts Heuchelei. „Es wäre besser, sich sachlich mit der zweifellos vorhandenen Problematik auseinanderzusetzen, als diese immer wieder medial breitzutreten.“

Newsletteranmeldung

Werbung

Überleben

24,95 €

Vorbereitung auf den Ernstfall – Die richtige Krisenvorsorge, bevor es zu spät ist!

Strom und Trinkwasser, Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Versorgung: In unserer zivilisierten Welt klingt das alles selbstverständlich. Erst wenn diese »Lebensadern« im Zuge einer Katastrophe, sei es bei einem Hochwasser, nach Lawinenabgängen oder im Falle eines »Blackouts«, plötzlich unterbrochen sind, wird einem die Abhängigkeit schmerzlich bewusst – oft aber zu spät!

Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen ließen sich die Folgen unerwarteter Zwischenfälle leicht abfedern: Ein batteriebetriebenes Radiogerät, haltbare Lebensmittel und ausreichend Trinkwasser in Flaschen sollten für jedermann zum Standard zählen. Survival-Experte Lars Konarek geht aber einen Schritt weiter: Er zeigt neben den genannten Selbstverständlichkeiten, wie man sich auch gegen große Katastrophen – beispielsweise ein Störfall in einem Atomkraftwerk, eine Naturkatastrophe oder eine Pandemie – am besten wappnet.

Der Autor stellt die sinnvolle Zusammensetzung eines Notgepäcks vor, erläutert Erste-Hilfe-Maßnahmen, erklärt verständlich, wie man ein Lager baut, Wasser selbst aufbereitet und sich mit Nahrung versorgen kann, wenn keine mehr zur Verfügung steht, oder wie man sich nach einer Katastrophe orientiert.

Ein wertvoller Ratgeber, der zeigt, wie Sie überleben, wenn die Infrastruktur zusammengebrochen ist.

Versandkostenfrei bei Kopp bestellen. 

Ein Gedanke zu „Nach irren Faeser-Vorschlag: Polizei kann nicht in jedem Schwimmbad präsent sein“
  1. Ich bin unbedingt dafür, daß die Polizei die Schwimmbäder bewacht, mindestens so wirksam, wie auch die Minister und der Kanzler geschützt werden.
    Dann hat sie auch keine Zeit mehr, Kindergeburtstage zu stürmen, kleine Kinder von den Rodelschlitten zu zerren, Waldspaziergängern nachzustellen, deren Maske verrückt ist oder festklebende Aktivisten vor dem Zorn der genötigten Autofahrer zu beschützen.
    Im Falle der Schwimmbäder wäre es mal ein gutes Werk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.