Hendrik Timmer

Wie schnell man unschuldig in die Fänge der sogenannten Justiz geraten kann, wissen viele nicht erst seit Corona. So etwa auch Ulla Oberender, welche mit ihrem Mann ein Bordell betreibt. Sicherlich kein schönes Gewerbe unserer Ansicht nach, aber was dem Betreiber-Ehepaar von der Justiz angetan wurde, macht einfach nur sprachlos.

Foto: Twitter

Im April 2021 wurde das Paar vom Landgericht Kleve zu 15 und 11 Monate auf Bewährung verurteilt. Darüber hinaus wurde die „Einziehung des Werts von Taterträgen“ in Höhe von 204.000 Euro angeordnet – Beschlagnahmung. Umsatzsteuerhinterziehung wurde ihnen vorgeworfen. Doch das ist nur ein Teil der ganzen Geschichte, die so unglaublich ist, dass sie sich in Schilda hätte zuspielen können.

Das Lokal ist das „FKK van Goch“. Dieses war auch schon in einer Sexshow auf einem Spartensender namens RTL II zu sehen. Seit 2007 wird es betrieben und es lief richtig gut. Bis zu 40 Frauen arbeiteten dort, allerdings als Selbstständige, die selbstständig abrechnen. Die Lokalbetreiber nehmen 30 Euro Eintritt für die Nutzung der Sauna, des Pools, das Buffet, drei alkoholfreie Getränke, sowie einen Leihbademantel.

Hendrik Timmer, damals Staatsanwalt in Kleve, der heute in Düsseldorf arbeitet, ordnete eine Razzia im Bordell an. Das war 2016. Damit begann der Horror für das Ehepaar. 150 Bundespolizisten, Zoll- und Steuerfahndung rückten an. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung über 2,7 Millionen Euro. Und dabei hat die Kreispolizei Kleve noch zwei Wochen vor der Durchsuchung Betrieb und Prostituierte überprüft – ohne Beanstandung.

Die Durchsuchung lief nicht nur im Geschäft, sondern auch in den Privaträumen des Ehepaars. Alle Wertgeggenstände, Bargeld, Autos, Handys, LapTop und sämtliche Unterlagen wurden mitgenommen. Die Konten bei der Sparkasse wurden gepfändet, sämtliche Institutionen angeschrieben. Außerdem wurde das Paar der Schufa als pleite gemeldet. Die Grundbücher der Immobilie wurden mit 3,2 Millionen Euro belastet, samt Verkaufsverbot.

Der Staatsanwalt Hendrik Timmer damals vor dem Bordell. Foto: Facebook

Wie kam es dazu? Ein Steuerfahnder belastete zuvor die Eheleute. Dieser war als verdeckter Ermittler im Bordell der Oberenders. Dieser behauptete fälschlich, dass die Prostituierten ihren Lohn von den Oberenders nach Abzug des Tagesgeldes bekommen würden. Doch was der kriminelle Staatsdiener nicht wusste: Alles wurde per Video aufgezeichnet. So konnte rekonstruiert werden, dass sich der Steuerfahnder mit einer Prostituierten in eine sogenannte „Kuschel-Muschel“ begab. Dort hat er sich nach allen Richtungen der Kunst oral befriedigen lassen. Natürlich dienstlich. Dann ging es auf ein Zimmer und dort richtig zur Sache. Auch dienstlich. Der Steuerfahnder bezahlte anschließend die Prostituierte direkt. Ob mit seinem Privatgeld oder mit Steuergeldern ist unklar. Ist es vielleicht möglich, dass er als Steuerfahnder Ergebnisse liefern musste, um weiter auf Steuerkosten in den Puff gehen zu können? Das ist nur eine Theorie. Das zuvor geschilderte konnte man jedoch alles auf den Videos sehen.

Vor Gericht erwirkten die Anwälte der Bordellbetreiber eine Aufhebung des Vermögens-Arrestes. Doch Staatsanwalt Hendrik Timmer legte Beschwerde beim Oberlandesgericht ein. Anschließend kam es zu einer erneuten Razzia. Im anschließenden Pressebericht der Staatsanwaltschaft Kleve stand wortwörtlich: Waffen gefunden! Um welche Waffen handelte es sich? Es wurden eine Wasserpistole und eine Spielzeugpistole sichergestellt. Und nein, das ist kein Witz!

In der Folge kommt es sogar noch zur Bezichtigung wegen Geldwäsche. 2019 aber die Anklage „nur“ wegen Steuerhinterziehung. Ab August 2020 der Prozess, im Frühjahr 2021 das Urteil. Schuldig (sic!). Doch diese Geschichte hat ausnahmsweise ein Happy End. Das Paar ging vor den Bundesgerichtshof und wurde dort im Juli diesen Jahres nach sechs Jahren seelischer und geistiger Folter freigesprochen.

Doch erledigt ist die Sache damit noch lange nicht. Denn die Staatsanwaltschaft Kleve hat die persönlichen Wertgegenstände des Paares versteigern lassen (sic!), die Grundbucheinträge wurden immer noch nicht frei gemacht. Auf Presseanfragen reagierte die Staatsanwaltschaft – rechtswidrig – nicht. Dennoch wartet auf das Paar jetzt eine Entschädigung in Millionenhöhe. Leider hat der Steuerzahler diese zu bezahlen. Steuerfahnder, Richter und Staatsanwalt sind immer noch im Dienst und werden persönlich nicht belangt.

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