Zwei Spiele, sechs Punkte – der Hamburger SV startet optimal in die 2. Fußball-Bundesliga. Beim 4:3 beim SC Paderborn zeigt die Mannschaft des neuen Cheftrainers Daniel Thioune eine lange vermisste Fähigkeit. Zwei HSV-Spieler prägen das Spiel.

Paderborn (dpa) – Der Hamburger SV hat bei seinem Sieg beim SC Paderborn Nehmerqualitäten bewiesen. Das 4:3 (2:3) am Montagabend war spektakulär und bescherte der Mannschaft die erste Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga seit zehn Monaten. Simon Terodde (24./57.) mit einem Doppelpack, Manuel Wintzheimer (14.) und Aaron Hunt (82./Foulelfmeter) trafen für die Gäste.

Auch ein Rückschlag konnte den HSV kaum beeindrucken: Nach einer 2:0-Führung lagen die Gäste vor 300 Zuschauern binnen vier Minuten 2:3 durch die Tore von Dennis Srbeny (34./Foulelfmeter) und Chris Führich (36./38.) zurück. Doch nach der Pause bewahrte die Mannschaft Ruhe und erspielte sich die drei Punkte. Neben Terodde fiel ein weiterer Spieler auf – wenn auch nicht so, wie von ihm geplant.

DER GLÜCKLICHE: Das Spiel in Paderborn war etwas Besonderes für Klaus Gjasula. Der defensive Mittelfeldspieler hatte von 2018 bis zu diesem Sommer bei den Ostwestfalen gespielt, war mit ihnen in die Bundesliga auf- und sofort wieder abgestiegen. Beim HSV soll der 30-Jährige eine der Säulen sein. Doch in Paderborn erwies sich diese Säule alles andere als stabil. Zwei Aussetzer von ihm führten dazu, dass die Paderborner noch vor der Pause aus einem 0:2 ein 3:2 für sich machten. «Mir ist mit dem Abpfiff ein Fels vom Herzen gefallen», sagte er. «Ich möchte mich bei der Mannschaft bedanken, dass sie meine Fehler ausgebügelt hat und wir am Ende noch gewonnen haben.»

DER REKORDMANN: Zwei Spiele, vier Tore – mit seinem zweiten Doppelpack am zweiten Spieltag deutet Simon Terodde an, dass er alle hoch gesteckten Erwartungen in ihn erfüllen kann. Seine Treffer zum 2:0 und zum 3:3 waren bereits die Tore 121 und 122 im 222. Zweitliga-Spiel. Niemand traf häufiger seit Einführung der eingleisigen 2. Liga 1981. «Ganz ehrlich. Im Spiel habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht», sagte der 32-Jährige im Pay-TV-Sender Sky. Anderes ist ihm wichtiger: «Ich möchte eine sehr, sehr gute Saison spielen mit dem HSV. Da habe ich richtig Bock drauf.»

DIE MENTALIÄT: Stark angefangen, klar in Führung gegangen und selbst verschuldet in Rückstand geraten – noch vor einigen Monaten wäre die Mannschaft des HSV bei einem solchen Spielverlauf auseinander gefallen. Doch in Paderborn zeigte sich eine neue Qualität: Die Spieler können mit Rückschlägen umgehen. 

DER AUSBLICK: Der Start ist geglückt. Zwei Siege gegen die beiden Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf (2:1) und den SC Paderborn sind ein erstes Zeichen. Wichtiger ist noch, dass die Mannschaft unter dem neuen Trainer Daniel Thioune spielerisch reifer wirkt als in der Vorsaison. Am kommenden Sonntag steht die nächste Prüfung gegen den ebenfalls stark gestarteten Tabellenzweiten Erzgebirge Aue an.

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