Mike PolleyMike Polley

Heute vor 33 Jahren erschossen Polizisten einen 18jährigen Fußballfan. Die Täter sind bis heute ohne jegliche Strafe. Die angebliche Notwehrsituation wurde damals sogar von der taz angezweifelt.

Dabei ging es um ein Spiel zwischen dem FC Sachsen Leipzig und dem FC Berlin (heute BFC Dynamo). Zuvor kam es während des Spiels zu Ausschreitungen. Es kam zu Randale auf dem Bahnhof, einer Verzögerung des Anpfiffs, Fans, die aus dem Stadion geprügelt wurden. Einige Hundert Meter vom Stadion entfernt kam es zu einer Straßenschlacht. Die Polizei drängte die Fans zurück zum Georg-Schwarz-Sportpark. Jugendliche kamen mit erhobenen Händen auf die Polizisten zu und sagten, die wollen nur Fußball gucken.

Beim Bahnhof Leipzig-Leutzsch soll es zu Auseinandersetzungen rivalisierender Fußballfans gekommen sein. Polizisten wurden dort nach eigenen Aussagen umringt und schossen wahllos in die Menge. Aus Notwehr, sagte man damals. Einzelne Zeugen berichten auch von einem Schuss „hinterrücks“. Selbst die taz zweifelte damals die Notwehrsituation der Polizisten an. So schrieb sie: „Nach zwei Tagen indes bereits keine Rede mehr vom polizeilichen Einsatzleiter, auf dessen (…) ‚Schießbefehl‘ hin elf (oder mehr?) Magazine aus Pistolen leergefeuert wurden, und der immer noch Dienst tut. Keine Frage, warum ein Toter und vier Schwerverletzte, 40 […] Meter von den Schützen entfernt, die Folge von ‚Notwehr‘ sein können.“ Augenzeugen behaupteten, dass die Polizei fliehenden Fans hinterherschoss.

Auch die Zeit Online berichtete von dem Vorfall: „Zeugen schätzen den Abstand zu den Schützen auf mindestens 30 Meter. In ungefähr einer Minute seien 50 bis 100 Schüsse gefallen. Die Polizisten verschossen 58 Patronen. Sie trafen Mike Polley, damals 18 Jahre alt, tödlich. Ihm wird eine Jacke über das blutverschmierte Gesicht gelegt. Weitere drei Personen wurden schwer, sechs leicht verletzt. Die Getroffenen waren nicht nur Hooligans. Auch eine unbeteiligte Frau erlitt einen Beinschuss.“

Auf YouTube befindet sich dazu eine Reportage des WDR:

Newsletteranmeldung

Werbung

Artikel-Ende


Auf deine Mithilfe kommt es an!

Obwohl nur ein einziger Journalist mit der gelegentlichen Unterstützung zahlreicher ebenfalls freiberuflicher Kollegen und Ehrenamtler hat Stefan Raven News seit 2020 immer wieder Dinge aufgedeckt, die andere Medien erst später berichteten. Leider sehen es diese Medien nicht als angebracht an, den Erstberichterstatter (uns/mich) zu nennen, wie es im Journalismus Gang und Gebe ist. Einige haben uns sogar schon gelegentlich die Stories im wahrsten Sinne des Wortes geklaut. Das ist kein netter Umgang zwischen Kollegen.

Auf der anderen Seite werde ich auch immer wieder von politischen Extremisten angezeigt. Die Vorwürfe nennt man mir noch nicht einmal. Die Anzeigen stellen sich nach zwei Monaten von alleine ein. Es scheint hier vermutlich darum zu gehen, unliebsame Berichterstatter wegen ihrer hohen Trefferquote an Aufdeckungen einzuschüchtern. Funktioniert leider nicht, da weder ich, noch meine Kollegen uns jemals etwas zu schulden kommen lassen. Um ehrlich zu sein, motiviert uns dieses sogar noch, noch weiter zu bohren, noch mehr nachzuhaken und erst Recht über bestimmte Themen zu schreiben.

Diese Arbeit ist nur mit deiner Unterstützung möglich!

Helfe mit und stärke kritischen, unabhängigen Journalismus, der keine Rundfunkbeiträge oder Steuergelder bekommt, und keinen Milliardär als Finanzier hat. Als Journalist bin ich nur der Wahrheit und der Wissenschaft verpflichtet. Doch daher bin ich auch auf die freiwillige Unterstützung meiner Leser angewiesen.

Herzlichen Dank im voraus!

Per PayPal. 

Alternativ via Banküberweisung, IBAN: BE02 9741 0271 6040 BIC: PESOBEB1 (Kontoinhaber: Stefan Michels)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert