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Berlin: (hib/HAU) – Die 90.000 Sportvereine in Deutschland haben nach Aussage der Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Veronika Rücker, während der Corona-Pandemie bislang etwa eine Million Mitglieder verloren. Das sei noch im Rahmen, sagte Rücker am Mittwoch vor dem Sportausschuss. Die Vereine hätten ein hohes Maß an Krisenfestigkeit gezeigt. Zu schaffen mache dem DOSB aber das zweite Jahr, weil die Vereine keine Perspektiven für ein Hochfahren des Sportbetriebes hätten. Anders als 2020 habe es in diesem Jahr auch keinerlei Neueintritte gegeben. Es sei davon auszugehen, dass sich der Negativtrend in diesem Jahr fortsetzen werde, sagte Rücker.

Große Sorge bereite ihr auch die Situation rund um die Ehrenamtlichen und die Geringbeschäftigten in den Vereinen. Für die Vereine stelle es eine große Herausforderung dar, diese nach der Krise wieder zurückzugewinnen. Viele, so die Vorstandsvorsitzende des DOSB, hätten sich inzwischen andere Perspektiven gesucht.

Das Problem ist auch dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) bewusst. BMI-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) sagte, nach der gesundheitlichen Bewältigung der Corona-Pandemie brauche es einen Neustart der körperlichen Bewegung in Deutschland. Dazu werde das BMI seinen Anteil beitragen, kündigte er an. Der Mitgliederschwund und der Rückgang an ehrenamtlichem Engagement in den Vereinen müsse Anlass für eine gezielte Ehrenamtskampagne sein.

Mayer und Rücker äußerten sich auch zu den anstehenden Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio. Die 2.250 Sportlerinnen und Sportler, die auf einer sogenannten Long-List stehen, die sich also eventuell für die Teilnahme qualifizieren könnten, sollen beginnend in der ersten Maihälfte geimpft werden, sagte Rücker. Ende Juni, Anfang Juli sollten die Impfungen dann abgeschlossen sein. Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse keine Konsequenzen fürchten, machte die Vorstandsvorsitzende des DOSB deutlich. Eine Impfpflicht werde es für die Athleten nicht geben – nicht vom IOC, nicht vom Veranstalter und auch nicht vom DOSB.

Der Zeitplan, so Staatssekretär Mayer, sehe vor, dass mit Beginn des Impfens der Prioritätengruppe drei auch die potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Olympischen und der Paralympischen Spiele sowie die Betreuerinnen und Betreuer geimpft werden können. Nachdem die Prioritätengruppen eins und zwei geimpft seien, sei die Impfung der Athleten in der Bevölkerung leichter zu kommunizieren, sagte Mayer auf Nachfrage, warum die Impfungen so spät erfolgten.

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