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Toni Kroos wischte sich genervt durchs Gesicht und drehte ab. „Ganz schlimm, ganz schlimm, wirklich“, raunzte der mit dem fünften Champions-League-Titel dekorierte Ex-Weltmeister dem ZDF-Reporter zu, dessen „Scheißfragen“ ihm an diesem glanzvollen Finalabend völlig unpassend erschienen. Erst mit ein wenig Abstand, spät am Samstagabend im Stade de France, erklärte der 32-Jährige gelassener, nach dem 1:0 mit Real Madrid gegen den FC Liverpool „eher positiv angelegte Fragen“ erwartet zu haben. So weit, so aufregend – vor allem in den Sozialen Medien mit Zuspruch und Kritik für den Real-Star.

Gefragt worden war Kroos von ZDF-Reporter Nils Kaben unter anderem, ob es überraschend gewesen sei, dass Real im Endspiel so unter Druck geraten war. „Was ist das für eine Frage, du spielst ja nicht ein Gruppenspiel irgendwo, wir spielen das Champions-League-Finale“, motzte Kroos. Es sei „nicht überraschend, dass du gegen Liverpool in Bedrängnis gerätst“.

Als Kroos schon nicht mehr im Bild war, war der durchaus vielsagende Satz zu hören: „Du stellst erst drei negative Fragen. Da weißt du schon, dass du aus Deutschland kommst.“ Die Wertschätzung für den Mittelfeldstrategen, der mit 28 Titeln einer der erfolgreichsten deutschen Nationalspieler überhaupt ist, scheint in Spanien deutlich größer als in Deutschland. Toni Kroos rechnet auch sonst knallhart mit deutschem Negativismus ab.

Nach dem Rücktritt aus der Nationalelf im Vorjahr hatte Kroos seinem Unverständnis darüber deutlich Ausdruck verliehen. „Besser in Deutschland umstritten und weltweite Anerkennung als andersrum“, hatte er gesagt. Er habe das Gefühl, „dass einige mein Spiel in elf Jahren Nationalmannschaft nicht ganz verstanden haben. In Spanien war das dagegen bereits nach meiner ersten Partie für Real Madrid der Fall.“

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Ein Gedanke zu „Toni Kroos lässt dummen Systemjournalisten stehen“
  1. Die Target2-Salden von Spanien liegen nach Statista aktuell bei unfaßbaren 517 Milliarden Euro, ganz überwiegend aufgebracht von Deutschland.
    Vor Jahren habe ich mal gelesen, daß Real Madrid 500 Millionen Schulden über das Target-System aufgenommen hat. Der Verein konnte so die teuersten Spieler aufkaufen und manche meinten, das sei nicht gerecht.
    Ist der Saldo ausgeglichen?
    Gratulation zum Sieg, Real! Jetzt wird es dem Verein so gut gehen, daß die Schulden zurückgezahlt werden können.

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