Tampa Bay Lightning gewinnen Stanley-Cup

Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte holen die Tampa Bay Lightning den wichtigsten Pokal im Eishockey. Nach der vergebenen Chance am Samstag bezwingt das Team nun die Dallas Stars 2:0 und kann den Stanley Cup in die Höhe recken. Großen Anteil hat ein torhungriger Verteidiger.

Edmonton (dpa) – Kapitän Steven Stamkos übergab den Stanley Cup für die Meisterschaft der Tampa Bay Lightning in der NHL ganz schnell an Victor Hedman. Der Verteidiger blieb beim entscheidenden 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) gegen die Dallas Stars zwar ohne Tor, erzielte in den Playoffs aber überragende zehn Treffer – mehr als jeder andere NHL-Abwehrspieler seit 1994. Dafür bekam der Schwede nicht nur raschen Zugriff auf den begehrtesten Pokal im Eishockey, sondern wurde auch als wertvollster Spieler der Finalserie mit einer persönlichen Trophäe ausgezeichnet.

«Es braucht einiges, um 80 Tage oder wie lange auch immer in einer Blase zu sein», sagte Hedman. «Aber das war es jetzt alles wert. Wir kommen mit dem Pokal nach Hause.»

Schon bevor ihm NHL-Boss Gary Bettman am Montagabend (Ortszeit) die Conn-Smythe-Trophy ausgehändigt hatte, sprach Hedman im TV-Sender NBC über seine Gefühle nach dem zweiten Stanley-Cup-Sieg in der Geschichte der Tampa Bay Lightning. «Das bedeutet die Welt, diesen Pokal nach Hause zu bringen. Den Pokal zu gewinnen, das braucht ein paar Wochen, vielleicht Monate, bis ich das realisiert habe.»

Kapitän Stamkos hatte nach seiner langen Verletzungspause nur in Spiel drei für ein paar Minuten auf dem Eis gestanden, dabei aber sofort ein Tor beigesteuert. Dass er am Montag nicht spielen würde, hatte Trainer Jon Cooper schon vor der Partie klar gemacht.

Im sechsten Spiel hatte die Mannschaft aus Florida das Kräftemessen mit Dallas relativ gut unter Kontrolle. Braydon Point traf im ersten Drittel zur Führung, Blake Coleman erhöhte in zweiten Drittel auf 2:0. In den letzten Minuten versuchte Dallas mit einem zusätzlichen Feldspieler alles, kam an der Defensive des neuen Champions aber nicht vorbei. «Diese letzte Periode war vermutlich die längste Periode meines Lebens», sagte Hedman.

Den ersten Sieg des begehrtesten Pokals für einen Eishockey-Profi holten die Lightning 2004. Auf tosenden Jubel der Fans mussten sie dieses Mal verzichten. Wegen der Corona-Pandemie wurden die NHL-Playoffs komplett in Kanada und ohne Zuschauer ausgetragen, das Feuerwerk in Edmonton sahen nur Spieler, Trainer und Betreuer der Mannschaften sowie ein paar Journalisten und Helfer.

Als erste der großen US-Ligen hat die NHL ihre von der Corona-Pandemie unterbrochene Saison nun mit einem Meister beendet. Wann die neue Spielzeit beginnt, ist offen. Erwartet wird ein Beginn erst im Januar 2021.

Deutsche Profis waren in der Final-Serie nicht dabei. Zuletzt hatte Nationaltorwart Philipp Grubauer vor zwei Jahren mit den Washington Capitals den Stanley Cup gewonnen, in den beiden Jahren zuvor war Tom Kühnhackl mit den Pittsburgh Penguins erfolgreich.

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