Eyüp Aramaz

Bielefeld (ots)Erhebliche Verteuerungen stellen aktuell unzählige Unternehmen vor große Probleme. Besonders hart ist das Bäckerhandwerk betroffen, das sich einem Kostentsunami in drei Bereichen ausgesetzt sieht: hohe Personalausgaben durch mehrfache Anhebung des Mindestlohns und Personalmangel, enorme Preise für Mehl sowie andere Rohstoffe und verdrei- bis verzehnfachte Energiekosten. Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht in einem Gespräch bei Maischberger bereits davon, dass es dazu kommen könne, dass Bäcker einfach nichts mehr verkaufen – sprich, ihren Betrieb komplett aufgeben. Für Bäcker-Unternehmensberater Eyüp Aramaz ist daher klar, dass Bäckereien einen Rettungsschirm benötigen:

Foto: Aramaz Digital GmbH

„Ebenso wie der Staat Banken geholfen hat, sollte jetzt auch dem Backhandwerk unter die Arme gegriffen werden. Mit über 250.000 Menschen gehört es in Deutschland schließlich zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und all diese Menschen müssen auf jeden Fall durch den Staat geschützt werden.“

Das Bäckerhandwerk schafft es aus den verschiedensten Gründen nicht, sich in Eigenregie aus der Krise zu befreien. So sind die Betriebe etwa vom EnergieKostenDämpfungsProgramm (EKDP) ausgenommen. Darüber hinaus können sie die Mehrkosten aufgrund des starken Wettbewerbs mit der Industrie nicht durch unbedachte Preiserhöhungen decken – zumal mehrere Euro für ein Brötchen auch von Verbraucherseite nicht bezahlt werden. Auch kurzfristige Abhilfe durch Investitionen oder Kredite stehen Bäckereien und Konditoreien grundsätzlich nicht zur Verfügung.

Um die Betriebe spürbar zu entlasten, fordert auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks einen finanziellen Rettungsschirm. Dieser kann in verschiedenen Formen greifen: zum Beispiel durch eine Deckelung der Energiekosten oder entsprechende Zuschüsse. Zusätzliche Formen wären eine weitergehende Absenkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel und Gastro-Umsätze oder Ausnahmen von der CO2-Abgabe beziehungsweise eine Gas-Umlage. Um den Rettungsschirm finanzieren zu können und die Krise ohne ernste Schäden zu überstehen, sollte außerdem die Schuldenbremse ausgesetzt werden. Schlussendlich sollte auch Strom und Gas vergünstigt werden, indem alle Möglichkeiten genutzt werden, die die Versorgungsleistung in Deutschland gewährleisten.

„Ich berate mehr als 100 Bäckereien und Konditoreien im DACH-Raum – täglich erreichen mich neue Hiobsbotschaften von ihnen. Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, die Probleme unserer Kunden in den Griff zu bekommen und ihnen die dringend benötigte Unterstützung zu verschaffen – in diesem Fall muss diese durch den Staat kommen“, betont Eyüp Aramaz.

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