Klaus Ernst

„Es ist erstaunlich, wie schnell sich Maßstäbe verschieben können: Eine Rezession von mehr als fünf Prozent erscheint in der aktuellen Lage bereits als optimistisch und ‚viel besser als erwartet‘. In Wirklichkeit sind die Zahlen alarmierend. Vor allem in der Gastronomie und der Veranstaltungswirtschaft sind viele Existenzen unverschuldet gefährdet. Ganze Branchen stehen vor dem Abgrund. Dass sie nicht so stark zum BIP beitragen wie andere Branchen, denen es besser geht, ändert nichts an der katastrophalen Lage“, kommentiert Klaus Ernst, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Deutschen Bundestag, Vorabberichte zum Jahresbericht des Sachverständigenrats. Ernst weiter:

„Die sogenannten Novemberhilfen können bisher noch nicht einmal beantragt werden. Indirekt betroffene Betriebe, etwa Zulieferer und Dienstleister für Hotels oder Veranstaltungen, hingen bis gestern noch völlig in der Luft. Ihnen muss schleunigst geholfen werden – schließlich steckt den Unternehmen der erste Lockdown noch in den Knochen. Auch fallen viele Selbständige im Kulturbereich nach wie vor durchs Raster.

Nicht zuletzt müssen wir uns jetzt schon Gedanken machen, wer nach der Krise für die Kosten aufkommt. Weil wir nicht wollen, dass am Ende die abhängig Beschäftigten darauf sitzen bleiben, fordert meine Fraktion eine einmalige Vermögensabgabe der reichsten 0,7 Prozent der Bevölkerung.“

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