Die FREIEN BAUERN, Interessenorganisation der bäuerlichen Familienbetriebe, haben den von Grünen und FDP vorgeschlagenen Bauern-Soli grundsätzlich abgelehnt. „Wenn die Ampel jetzt versucht, einen Keil in die Proteste zu treiben, indem sie die Steuererhöhung für uns Bauern noch ergänzt durch eine Steuererhöhung für alle, dann hat sie rein gar nichts verstanden“, sagte Peter Guhl von der Bundesvertretung der FREIEN BAUERN: „Wir wollen überhaupt keine Steuererhöhungen. Wir wollen einen kleineren Haushalt, weniger Staat – das sollte Herr Lindner vielleicht mal begreifen.“ Dass die beiden Parteien der Besserverdienenden die Konzerne der Lebensmittelbranche bisher schonen, aber Lebensmittel für die gesamte Bevölkerung teurer machen wollen, sei so abgrundtief unsozial, dass er gespannt sei, ob sich der Bundeskanzler wenigstens daran erinnern kann, wofür seine Partei einmal stand, so der 58jährige Milchviehhalter aus dem mecklenburgischen Vordernhagen: „Diese Bundesregierung hat bisher nichts vorgelegt, und deshalb ist es richtig, dass unsere Proteste weitergehen.“

Guhl bleibt auch bei der Forderung, die Streichung des Agrardiesels komplett zurückzunehmen: „Wir brauchen endlich eine Stärkung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette gegen die Macht der Monopole, dann können wir natürlich mehr Einkommensteuer zahlen.“ Seit Jahren würden sich die FREIEN BAUERN mit konkreten Vorschlägen für eine Entflechtung von Lebensmittelindustrie und Lebensmitteleinzelhandel einsetzen, für eine Vertragspflicht in den Lieferbeziehungen und eine Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln. Guhl: „Zu all dem gibt es von der Ampel bisher nichts als Absichtserklärungen. Und jetzt sollen schon wieder Bauern und Verbraucher die Zeche zahlen, und die Herrschaften, die sich dazwischen eine goldene Nase verdienen, kommen ungeschoren davon.“

Die mit dem Bauern-Soli beabsichtigte Verteuerung von Milch, Fleisch und Eiern lehnen die FREIEN BAUERN auch aus ernährungspolitischer Sicht ab. „Damit würden unsere wertvollen Naturprodukte im Wettbewerb schlechter gestellt“, befürchtet Guhl und warnt vor einem „industriellen Kunstfraß aus degenerierten Kichererbsen, genmodifizierten Stammzellen und pulverisiertem Ungeziefer.“ Bauern und Verbraucher hätten ein gemeinsames Interesse an einer starken heimischen Landwirtschaft und einer gesunden Ernährung – diese Erkenntnis sei in den Protesten gewachsen und müsse weiter vertieft werden.

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