Heizung

Berlin: (hib/HAU) – Die Vorschläge der Koalitionsfraktionen zur Reduzierung des Gasverbrauchs in Deutschland stoßen in Teilen auf heftige Kritik bei Sachverständigen. Das wurde bei einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Klimaschutz und Energie zum Gesetzentwurf „zur Bereithaltung von Ersatzkraftwerken zur Reduzierung des Gasverbrauchs im Stromsektor im Fall einer drohenden Gasmangellage durch Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energiewirtschaftlicher Vorschriften“ (EKWG) (20/2356) am Freitagabend deutlich.

Ziel des Gesetzentwurfs ist es, dem Strommarkt für einen befristeten Zeitraum durch Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) zusätzliche Erzeugungskapazitäten zur Stromerzeugung mit den Energieträgern Stein- und Braunkohle sowie Mineralöl zur Verfügung zu stellen. Dazu sollen Kraftwerke genutzt werden, die gegenwärtig nur eingeschränkt verfügbar sind, demnächst stillgelegt würden oder sich in einer Reserve befinden. Durch diese zusätzlichen Erzeugungskapazitäten soll die Stromerzeugung in mit Erdgas befeuerten Kraftwerken soweit wie möglich ersetzt werden können, um Erdgas einzusparen. Die Maßnahmen sollen für einen befristeten Zeitraum gelten und spätestens am 31. März 2024 enden.

Für den Bereich der Gaskraftwerke soll durch die Neuregelung eine Verordnungsermächtigung geschaffen werden, um im Fall einer Gefährdung des Gasversorgungssystems sehr schnell den Einsatz von Gaskraftwerken beschränken zu können und dadurch den Gasverbrauch in der Stromerzeugung noch weiter senken zu können. Betreiber von Anlagen, die elektrische Energie durch den Einsatz von Erdgas erzeugen, sollen eine Strafzahlung (Pönale) leisten müssen.

Insbesondere die Pönale wurde von mehreren Sachverständigen sehr kritisch bewertet. Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), sagte, damit werde das dann schon teure Gas noch verteuert. Vor allem bei der Wärmeversorgung sei das ein kritischer Punkt. Bei einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) könne Gas nicht durch Kohle ersetzt werden. So werde die benötigte Wärmeversorgung noch teurer. „Das ist nicht hilfreich“, sagte Andreae.

Ähnlich sah das Matthias Dümpelmann von der 8KU GmbH, einer Kooperation acht kommunaler Energieversorgungsunternehmen. Während die Verbreiterung der Kohlebasis sinnvoll sei, jedoch Präzisierungen im Sinne der realistischen Umsetzbarkeit erfordere, bewirke die Reduzierung von gasbasierter Erzeugung durch Eingriff in die Preisbildung mit einer Gaspönale beziehungsweise der Beschränkung von Laufzeiten keinerlei Zusatznutzen. Der Ansatz sei jedoch mit erheblichen ökonomischen Risiken für Energieunternehmen und ihre Kunden verbunden und sollte daher gestrichen werden, verlangte Dümpelmann.

Der Diplomingenieur für Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung, Frank Hennig, hält den Gesetzentwurf für ein Dokument des Scheiterns der Energiestrategien mehrerer Bundesregierungen. Ein breiter Energiemix anstelle der Fokussierung auf Erdgas hätte seiner Ansicht nach die Resilienz des Systems erhalten und außenpolitische Einflüsse reduziert. Mit Blick auf die Emissionen sei der Weiterbetrieb der drei Kernkraftwerke der Reaktivierung der Kohlekraftwerke vorzuziehen, befand Hennig. Das im Gesetz festgeschriebene Festhalten am Kohleausstieg 2030 sei unter den Bedingungen von Krieg, Inflation, Rohstoff- und Materialmangel, Gasmangel und ungünstiger Demografie „nicht nachvollziehbar“.

Peter Hoffmann vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH zeigte sich zufrieden mit dem Gesetzentwurf. Bedenken der Übertragungsnetzbetreiber seien aufgegriffen worden. Der Wechsel von der Netzreserve zurück in den Markt müsse prozessual abwickelbar sein, weshalb es einen Vorlauf brauche, der im Gesetz enthalten sei, sagte Hoffmann. Auch sei geregelt, dass die Übertragungsnetzbetreiber auch künftig über die Kapazitäten der Kraftwerke verfügen könnten. Gelöst werden müsse nun noch das Problem der vollständigen und unkomplizierten Erstattung der anfallenden Mehrkosten für die Übertragungsnetzbetreiber, die mit erheblichen Summen in Vorleistung gingen.

Vor ungewünschten Folgeschäden durch die Gaspönale warnte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer beim Verband Kommunaler Unternehmen. 40 Prozent der kommunalen Stromerzeugung sei gasgetrieben – im Wesentlichen durch KWK, sagte Liebing. Dort lasse sich die Erzeugung aber nicht technisch trennen. Wenn die Anlagen zur Wärmeerzeugung weiterlaufen, aber der erzeugte Strom nicht mehr verkauft werden könne, oder nur verbunden mit einer Strafzahlung, erhöhe das die Kosten für die Kunden. „Das halten wir nicht für vertretbar“, sagte er.

Auch Christine Wilcken vom Deutschen Städtetag macht sich „große Sorgen um die Stadtwerke und alles was an der Kette hinten dran hängt“. Es entstehe zudem ein erhebliches Kostenrisiko für die Bewohner gerade in Geschossbauten. Diese gestiegenen Kosten müssten die Städte dann „sozialpolitisch reparieren“. Gäben die Stadtwerke die Kosten nicht weiter, steige die Gefahr von Insolvenzen, so die Kommunalvertreterin. Zumindest die KWK-Anlagen müssten von der Pönale-Regelung ausgenommen werden, verlangte sie.

Charlotte Loreck vom Öko-Institut forderte, schnell umsetzbare Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs zu ergreifen, bevor zusätzliche Erzeugungskapazitäten in den Strommarkt gebracht werden. In der Industrie könne ein Stromsparpotenzial von mindestens 10 Terawattstunden (TWh) mit ordnungsrechtlichen Maßnahmen kurzfristig erreicht werden, sagte sie. Jenseits des Stromsektors sollten alle Energiesparpotentiale genutzt werden, um sowohl Erdgas zu sparen, als auch für den Klimaschutz Effizienzpotentiale zu erschließen.

Hauptkritikpunkt von John A. Miller vom Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte, und KWK (AGFW) ist die „Nichtberücksichtigung der Fernwärme und ihres Beitrages zur Versorgungssicherheit sowie die Betrachtung der KWK-Anlagen fast ausschließlich aus der Perspektive des Strommarktes“. Dabei, so Miller, habe das Gesetz einen deutlichen Einfluss auf den Wärmemarkt. Dem werde die geplante Gas-Pönale nicht gerecht. Wenn auf das Instrument einer Pönale nicht verzichtet wird, müsse sichergestellt werden, „dass Fernwärmeversorger von der Pönale ausgenommen werden oder zumindest sachgerecht entschädigt werden“, verlangte Miller.

Steinkohlekraftwerke könnten im Marktbetrieb Gaskraftwerke verdrängen, sagte Hans Wolf von Koeller vom Kraftwerksbetreiber Steag. Dafür sei aber rechtliche Planungssicherheit nötig, die der Gesetzentwurf nicht liefere. Wenn Steinkohlekraftwerke von der Netzreserve in den Dauerbetrieb wechseln sollen, brauche dies einen Vorlauf von mehreren Monaten. Der Entwurf mache aber den zeitlichen Vorlauf nicht klar und auch nicht die Zeitdauer des Markteinsatzes, sagte Koeller. Ein On/Off-Betrieb sei jedoch nicht zu leisten.

Newsletteranmeldung

Werbung

StromgeneratorEcoFlow DELTA Max Powerstation 2016 Wh mit Solarpanel 400 W

3.199,00 €

Die EcoFlow DELTA Max Powerstation mit Solarpanel setzt neue Maßstäbe bei batteriegespeisten Stromgeneratoren

An diese Powerstation kann eine Vielzahl von Geräten angeschlossen werden, welche überall und stundenlang mit Strom versorgt werden. Dank enormer Akkukapazitäten können Sie sich mit diesem Kraftpaket auf stundenlange Energieversorgung verlassen – egal, ob Fernseher, Kühlschrank oder Heimwerkergeräte.

Dank patentierter EcoFlow X-Stream-Technologie ist die EcoFlow DELTA Max Powerstation in nur 1,6 Stunden an der Steckdose vollständig aufgeladen. Eine Ladung auf 80 Prozent erfolgt bereits in rund einer Stunde.

Integrierte Wechselrichter erzeugen reine Sinuswellen, sodass mit der EcoFlow DELTA Max Powerstation auch empfindliche Geräte sowie nahezu alle Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge betrieben werden können.

Dank einer Vielzahl von Anschlüssen können Sie mit der EcoFlow DELTA Max Powerstation über zehn Geräte gleichzeitig laden, sodass Sie sich auch unterwegs ganz wie zu Hause fühlen.

Das mitgelieferte EcoFlow-Solarpanel ist darauf ausgelegt, in Kombination mit der jeweiligen EcoFlow Powerstation jederzeit maximale Leistung zu erzeugen. Das kompakte Solarpanel ist trag- und faltbar. Ob Camping oder Outdoor-Aktivitäten: Klappen Sie das Solarmodul einfach auf und speichern Sie schon in wenigen Sekunden Solarenergie in der Powerstation. Der intelligente Algorithmus des EcoFlow MPPT-Ladereglers sorgt dabei für eine bestmögliche Effizienz auch unter widrigen Wetterverhältnissen.

Die mitgelieferte Tasche bietet optimalen Schutz für das Solarmodul während des Transports und kann mit der integrierten Stütze auch zur Aufstellung des Solarpanels genutzt werden. Dieses System lässt eine individuelle Ausrichtung des Solarmoduls in jede beliebige Richtung und in jedem Winkel zu.

Dadurch ist dieses Set auch hervorragend als Vorsorge für einen Blackout geeignet. Besonders hervorzuheben sind dabei der fast geräuschlose Betrieb und die Möglichkeit der Verwendung in Innenräumen.

Technische Daten:
Powerstation:

Gewicht: 22 kg
Maße (B × H × T): 49,7 × 24,2 × 30,5 cm
Kapazität: 2016 Wh
Akkutyp: NCM-Lithium-Ionen
AC-Ausgänge: 4, 2400 W (Spitze 4600 W)
Anschlüsse gesamt: 13
Aufladen an Wandsteckdose: max. 2000 W
Ladedauer an Wandsteckdose: 1,6 Stunden
APP: Ja
Solarpanel:
Gewicht: 16 kg
Maße (B × H × T): 105,8 × 236,5 × 2,5 cm (entfaltet)
Maße (B × H × T): 105,8 × 62,0 × 2,5 cm (gefaltet)

Lieferumfang: Powerstation, Solarpanel, Verbindungskabel, Schutztaschen, deutsche Bedienungsanleitungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.