Tesla

Viele Betreiber missachten das Eichrecht, weil ihre Säulen die geladene Strommenge nicht exakt abrechnen können. Die Behörden befinden sich in der Zwickmühle.

Mit 40 „Superchargern“ ist der Ladepark Hilden bei Düsseldorf ein beliebtes Ziel für Tesla-Fahrer. Doch mittlerweile kommen immer öfter auch Nicht-Tesla-Fahrer an die Ladestationen. Der Grund: Der US-Autobauer hat seine „Supercharger“ an ausgewählten Standorten für andere Elektroautomarken geöffnet – für 70 Cent pro Kilowattstunde Strom.

Es gibt dabei nur einen entscheidenden Haken: Teslas Ladestationen sind illegal in Betrieb, denn sie verstoßen gegen das Eichrecht. Kunden können sich nicht darauf verlassen, dass ihnen die exakte Strommenge abgerechnet wird.

Jede Ladesäule, an der Ladestrom nach Kilowattstunde abgerechnet wird, muss in Deutschland eichrechtskonform sein, also einen Zähler haben, der den geladenen Strom genau misst. Das betrifft den öffentlichen Raum, aber auch Betriebs- und Privatgelände.

Wer dagegen mit einer Flatrate abrechnet oder den Ladestrom verschenkt, kann das Eichrecht ignorieren. Denn da weiß der Kunde vorher, was er bezahlt.

Supercharger: Tesla-Ladestationen verstoßen gegen das Eichrecht

Zu Beginn seines Marktwachstums in Deutschland war das Unternehmen Tesla noch auf der sicheren Seite, als es den Strom für Tesla-Fahrer geschenkt gab. Doch seit ein paar Jahren rechnet die Firma nach Kilowattstunde ab – obwohl sie noch keinen eichrechtskonformen Zähler verbaut hat.

Bisher haben nur vier Schnellladesäulenhersteller gesetzeskonforme Produkte auf dem Markt: ABB, Alpitronic, ADSTec (Porsche) und Compleo. Dagegen hängen andere größere Hersteller wie Tritium, Efacec, Delta und eben Tesla mit Lösungen hinterher. Das geht aus Erhebungen des vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützten Förderprojekts „IKT für Elektromobilität“ und Herstellerangaben hervor.

Tesla hat in Deutschland 1800 illegale Ladesäulen

Nach Umfragen des Handelsblatts bei Ladesäulenbetreibern und Datenerhebungen durch die Plattform Going Electric ergibt sich, dass Tesla mit Abstand die meisten rechtswidrigen Schnellladesäulen in Betrieb hat, nämlich mehr als 1800 Supercharger. Auf Nachfragen reagiert Tesla nicht.

Auch andere große Ladesäulenbetreiber verkaufen ihren Strom gesetzeswidrig, zum Beispiel Ionity. Das Unternehmen hat größtenteils Ladesäulen von Herstellern aufgebaut, die noch keine legale Abrechnung anbieten können oder ihre Ladesäulen nicht schnell mit einem Messzähler umgerüstet bekommen.

Die Ladesäulenbetreiber müssen ihre gesamten Ladestationen, die nicht den Vorschriften entsprechen, an die zuständigen Landeseichbehörden melden. Zudem müssen die Betreiber signalisieren, bis wann die Umrüstung abgeschlossen sein wird.

Katharina Boesche, die für das „IKT“ regelmäßig eine Umfrage zum Stand der Ladesäulen durchführt, sagt: „Es ist zu erwarten, dass sich der Nachrüstungsprozess von Schnellladeinfrastruktur noch bis zum Ende des Jahres 2023 hinziehen wird.“ Zunächst hatten die Eichbehörden gehofft, dass die Hersteller bis Ende 2022 rechtskonform sein würden.

Illegale Ladesäulen werden weiter geduldet

Den Behörden bleibt nichts anderes übrig, als den gesetzeswidrigen Zustand weiter zu dulden. Der Leiter des Bayerischen Landesamts für Maß und Gewicht, Thomas Weberpals, sagt: „Wir verfahren mit den Tesla-Ladesäulen in Bayern genauso wie mit allen anderen Schnellladesäulen: Der gesetzeswidrige Betrieb wird nicht behindert und nicht sanktioniert.“

Die Eichämter befänden sich in einer Zwickmühle. „Wir sollen das geltende Recht durchsetzen und gleichzeitig die Elektromobilität nicht behindern“, sagt Weberpals. „Würden wir das geltende Recht durchsetzen, müssten Tausende Ladesäulen unverzüglich nachgerüstet oder stillgelegt werden. Das gäbe einen politischen und gesellschaftlichen Aufschrei.“

Millionenbetrag für die Umrüstung von Ladesäulen

Das Amt habe von der bayerischen Landesregierung die Anweisung bekommen, keine Bußgelder zu verhängen. Diese können bei gesetzeswidrigen Ladesäulen bis zu 50.000 Euro betragen.

Auch das Landesamt für Mess- und Eichwesen Berlin-Brandenburg, das für Teslas Nachrüstung zuständig ist, hat keine Bußgelder und Stilllegungen vorgenommen: „Es wurde und wird auf einen rechtmäßigen Zustand hingewirkt.“

Alle Bundesländer und die Bundesregierung haben Förderprogramme zur Errichtung von Ladesäulen ausgeschrieben. „Dabei wurden nun über Jahre Ladesäulen gefördert, die nicht dem deutschen Recht entsprechen“, gibt Weberpals zu bedenken.

Es sei wettbewerbsschädigend, wenn „manche Ladesäulenbetreiber sich schon frühzeitig um eichrechtskonforme Ladesäulen bemühen, sich gesetzeskonform verhalten und dadurch höhere Kosten haben, andere sich dagegen länger Zeit lassen.“

Die Kosten für die Nachrüstung bewegten sich pro Schnellladesäule im vierstelligen Bereich, teilt der Konzern Eon mit. Konkurrent EnBW berichtet, für die Umrüstung seiner Ladeinfrastruktur einen mittleren siebenstelligen Betrag ausgegeben zu haben.

Die Nachrüstung habe die Ladesäulenbetreiber viel Geld gekostet, das sonst in den Ausbau der Ladestationen hätte investiert werden können, sagt der Energieverband BDEW. „Daher muss der Gesetzgeber mit Augenmaß agieren, wenn er für Deutschland technische Sondermaßstäbe einführt.“ Tatsächlich gibt es nirgendwo sonst auf der Welt ähnlich strenge Regeln für das Eichrecht wie in Deutschland.

Klar sei aber, dass alle Ladesäulenbetreiber die rechtlichen Anforderungen erfüllen müssten, ergänzt der BDEW. „Da gibt es keine Ausnahmen.“

Nachrüstung von Ladesäulen: Zögerliche Hersteller und jahrelange Prüfverfahren

Für die Hersteller sei der Nachrüstungsaufwand komplex, sagt Expertin Boesche. Der Betreiber Fastned sagt: „Gerade hinsichtlich der Ladesäulen, die vor rund zehn Jahren entwickelt wurden, sind die Anforderungen der Behörden nicht einfach umzusetzen.“ Hinzu kämen Liefer- und Personalengpässe sowie jahrelange Prüfverfahren, die eine schnelle Umrüstung behinderten.

Die Hersteller haben sich unterschiedlich schnell um legale Lösungen bemüht. Während der deutschlandweite Marktführer Alpitronic laut eigenen Angaben schon alle Säulen umgerüstet hat, plant Tritium, die Umrüstung erst ab Ende 2022 zu starten.

Wie es Brancheninsidern zufolge heißt, ziehe sich bei ABB die Umrüstung ebenfalls stark hin. Die Firma baue alte, nicht eichrechtskonforme Ladesäulen in Deutschland ab und baue sie in anderen Ländern auf, wo kein Eichrecht herrsche.

ABB sagt, man arbeite „mit Hochdruck“ daran, die Umrüstung der Ladegeräte so schnell wie möglich abzuschließen. Der vollständige Austausch älterer Systeme solle „nach Möglichkeit“ vermieden werden.

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