Raucher

Wiesbaden (ots)Infolge einer raucherspezifischen Erkrankung wurden in Deutschland im Jahr 2019 insgesamt 458 000 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt, davon waren 57 % Männer. Damit ist die Zahl solcher vollstationären Behandlungen im Vergleich zu 2010 um 18 % gestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai mitteilt. 211 300 dieser Fälle waren auf einen Lungen- und Bronchial-, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs zurückzuführen, 246 700 auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Die behandelten Patientinnen und Patienten waren im Durchschnitt 67,3 Jahre (Krebsdiagnosen) beziehungsweise 70,5 Jahre (COPD) alt.

Lungen- und Bronchialkrebs war 2019 dritthäufigste Todesursache

Knapp 77 600 Menschen in Deutschland starben 2019 an den Folgen dieser Erkrankungen, die mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden. Lungen- und Bronchialkrebs war mit rund 45 000 Todesfällen die dritthäufigste Todesursache insgesamt, COPD mit mehr als 31 000 Gestorbenen die sechsthäufigste. Bei Frauen ist das Risiko, an einem Lungen- und Bronchialkrebs zu sterben, in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Betraf diese Todesursache im Jahr 2010 noch knapp 33 Frauen je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner, so waren es 2019 gut 40 Frauen je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner – ein Anstieg um knapp 24 %. Zwar war das Risiko bei Männern 2019 nach wie vor höher (68 Sterbefälle je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner), jedoch ist hier ein Rückgang zu verzeichnen: 2010 waren noch gut 73 Männer je 100 000 Einwohnerin und Einwohner an dieser Krebserkrankung gestorben.

Jeder vierte Mann und jede fünfte Frau rauchen

Rauchen ist unter Männern stärker verbreitet als unter Frauen: Gut jeder vierte Mann über 15 Jahre (26 %) war nach Ergebnissen des Mikrozensus aus dem Jahr 2017 Raucher, bei den Frauen war es fast jede fünfte (19 %). Zu den Nichtrauchern zählten insgesamt gut drei Viertel (78 %) der Bevölkerung über 15 Jahren. Von allen Personen dieses Alters gaben 58 % an, überhaupt noch nie geraucht zu haben, 19 % waren ehemalige Raucher.

Pro-Kopf-Verbrauch von Zigaretten von 2011 bis 2020 um 19 % gesunken

Insgesamt ist der Tabakverbrauch pro Kopf in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen, einzig beim Pfeifentabak ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Konsumierte beispielsweise im Jahr 2011 im Schnitt noch jede erwachsene Einwohnerin und jeder Einwohner 1305 Zigaretten, waren es 2020 nach vorläufigen Zahlen noch 1063 – ein Rückgang um knapp 19 %. Noch deutlicher zeigten sich die veränderten Rauchgewohnheiten bei Zigarren und Zigarillos: Hier wurden 2020 im Schnitt noch jährlich 39 Stück pro Kopf verbraucht; das waren 37 % weniger als im Jahr 2011. Ein vollständig anderes Bild ergeben die Zahlen zum Pfeifentabak: Hier hat sich der Verbrauch seit 2011 mehr als versechsfacht – von 14 auf 86 Gramm pro Kopf im vergangenen Jahr. Dafür ist die wachsende Nachfrage nach Wasserpfeifentabak und Tabakprodukten für sogenannte elektrische Erhitzer ursächlich. Der Absatz von klassischem Pfeifentabak geht dagegen – wie der von Zigaretten – seit Jahren zurück.

Der Gesetzgeber in Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Tabakkonsum einzudämmen. Dazu zählen beispielsweise Werbeverbote für Tabakwaren, Rauchverbote im öffentlichen Raum sowie Warnhinweise. In der Folge hat sich der Absatz von Zigaretten – dem mit Abstand am häufigsten genutzten Tabakprodukt – seit 1991 fast halbiert: Von 146,5 Milliarden Stück auf 73,8 Milliarden Stück im Jahr 2020.

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