LügenLügen

Berlin: (hib/PK/Raven) – Die Bundesregierung hält die Entscheidung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Verkürzung der Dauer des Genesenenstatus für Ungeimpfte von sechs auf drei Monate für wissenschaftlich folgerichtig. Darauf beruft sie sich auf eine Seite des RKI, welche die Quellen für die Evidenz angibt. Doch diese geben die Daten nicht her.

Die wissenschaftliche Evidenz deute darauf hin, dass ungeimpfte Personen nach einer durchgemachten Infektion mit der Delta-Variante oder einer früheren Virusvariante einen im Vergleich zur Reinfektion mit der Delta-Variante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer Infektion mit der Omikron-Variante hätten, heißt es in der Antwort (20/654) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (20/553) der Unions-Fraktion.

Die Entscheidung des RKI sei somit fachlich begründet. Mit der Veröffentlichung auf der Internetseite des RKI seien die maßgeblichen Vorgaben für Bürger an leicht zugänglicher Stelle mit hohem Verbreitungsgrad einsehbar. Die betreffenden Informationen würden zudem unverzüglich auf der Internetseite und den Social-Media-Kanälen des Bundesgesundheitsministeriums sowie auf der Internetseite www.zusammengegencorona.de angepasst.

Stefan Raven News schaute sich die gesamte Antwort an, wo auch der Link zu der Quellseite des RKI genannt wurde. Nachdem wir bereits im November darauf hinwiesen, dass die vom RKI in einer Aussage zu 2G und 3G verlinkten Studien nicht veröffentlicht und somit nicht für den medizinischen Gebrauch geeignet sind, wurden diese Studien für den vom RKI ersonnenen Text jetzt lediglich als Fußnote benannt, nicht aber verlinkt. Das störte uns allerdings wenig, denn wir wissen, wo wir entsprechende Studien finden. Wir haben anhand der Aussagen des RKI alle genannten Quellen durchsucht und konnten die entsprechenden Behauptungen des Robert-Koch-Instituts darin in keiner Stelle finden. Somit beruft sich die Bundesregierung in einer offiziellen Antwort an das Kontrollgremium auf die Falschaussage/Lüge eines pandemietreibenden Instituts.

Die genannten Studien und Quellen des RKI sind:

(1) Ferguson et al.: Hospitalisation risk for Omicron cases in England. Imperial College London (22-12-2021)
(2) UK Health Security Agency: SARS-CoV-2 variants of concern and variants under investigation in England. Technical briefing 34
(3) Altarawneh et al.: Protection afforded by prior infection against SARS-CoV-2 infection with the Omicron variant. Preprint. https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2022.01.05.22268782v1
(4) Wissenschaftliche Begründung der STIKO für die Empfehlung zur Verkürzung des Impfabstands zwischen Grundimmunisierung bzw. Infektion und Auffrischimpfung auf einen Zeitraum ab 3 Monaten
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/02/Art_01.html;jsessionid=E133C892AAE2F6A7D946094EB6C1AC46.internet052?nn=13490888
(5) Gruell, H., Vanshylla, K., Tober-Lau, P., Hillus, D., Schommers, P., Lehmann, C., … & Klein, F. (2022). mRNA booster immunization elicits potent neutralizing serum activity against the SARS-CoV-2 Omicron variant. Nature medicine, 1-4.
(6) Schmidt, F., Muecksch, F., Weisblum, Y., Da Silva, J., Bednarski, E., Cho, A., … & Bieniasz, P. (2021) Plasma neutralization properties of the SARS-CoV-2 Omicron variant (preprint).
(7) Rössler A, Riepler L, Bante D, von Laer D, Kimpel J. SARS-CoV-2 Omicron Variant Neutralization in Serum from Vaccinated and Convalescent Persons. N Engl J Med. 2022 Jan 12

Jeder kann hier selbst prüfen, ob er die Aussagen des RKI darin findet oder nicht.

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Ein Gedanke zu „Bei wissenschaftlicher Evidenz für verkürzten Genesenenstatus hat das RKI wieder einmal gelogen“

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