AstraZeneca

Wie Stefan Raven News und das ebenfalls unabhängige Magazin Arznei-Telegram berichteten, wurden in den USA und Großbritannien die Warnhinweise für ein erhöhtes Risiko auf Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Perikarditis (Herzbeutelentzündung) bei den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna in die Produktbeilage aufgenommen. Warum Deutschland, bzw. die EU hier (wieder einmal) hinterherhinkt, fragten wir bei den zuständigen Stellen nach und erhielten mehrere unbefriedigende Antworten – trotz Nachfragen.

Als erstes richteten wir unsere Anfrage an das Bundesministerium für Gesundheit, da das zuständige Paul-Ehrlich-Institut diesem untersteht und das BMG für die “Impfpolitik” in Deutschland zuständig ist und auch kräftig die Werbetrommel rührt. Man teilte uns mit: “Das Monitoring möglicher Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung obliegt dem Paul-Ehrlich-Institut, welches zu diesem Themenkomplex bereits in mehreren Pressekonferenzen sowie im aktuellen Sicherheitsbericht Stellung genommen.” Dies ist richtig, doch bezog sich unsere Frage explizit nicht auf eine Stellungnahme zu möglichen Nebenwirkungen, sondern die Aufnahme bekannter und erwiesener Nebenwirkungen in die Produktbeilage von zwei speziellen Impfstoffen. Wir sehen den Verweis auf das PEI als “abwimmeln” an, da man uns hierzu nichts hätte sagen können (unsere Annahme).

Also stellten wir selbe Anfrage an das Paul-Ehrlich-Institut und erhielten in etwa die gleiche Antwort. Man verwies auf das Monitoring, welches betrieben wird, ging aber nicht auf unsere expliziten Fragen ein. In den verlinkten Berichten werden die 79.106 gemeldeten Nebenwirkungen als Verdachtsfälle bezeichnet, was auch richtig ist (bei Aufnahme), die Überprüfung hätte aber längst Ergebnisse liefern müssen. Immerhin wurden bereits 50.541.084 Corona-Impfungen verabreicht (Stand 31. Mai 2021) und die genannten Verdachtsfälle beziehen sich laut PEI auf Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty (BioNTech Manufacturing GmbH), COVID-19-Impfstoff Moderna (MODERNA BIOTECH SPAIN, S.L.), den Vektor-Impfstoffen Vaxzevria (früher: COVID-19-Impfstoff AstraZeneca; AstraZeneca AB) und COVID-19-Impfstoff Janssen. Also zum Großteil auch genau jenen Impfstoffen, bei denen in den USA und Großbritannien bereits Warnhinweise auf den Produktbeilagen eingetragen sind, bzw. Vaxzevira (AstraZeneca) ist in einigen Ländern sogar verboten worden.

Wir fragten also noch einmal nach und verwiesen auch hier wieder auf unsere explizite Fragestellung. Man verwies zum einen erneut auf den Bericht, in welchem es unter anderem heißt: “Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden seit Beginn der COVID-19-Impfungen am 27.12.2020 insgesamt 92 Fälle gemeldet, in denen die Diagnose einer Peri- und/oder Myokarditis im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung gegen die COVID-19-Erkrankung gestellt wurden.” 92 Fälle, das sind umgerechnet auf einen gleichen Anteil der Bevölkerung, z. B. mit den USA ein Viertel von dem, was Staaten außerhalb der EU nachweisen. Weiterhin entschuldigte man sich in der Antwort, dass man fälschlich davon ausginge, dass wir wüssten, dass die Impfstoffe innerhalb der EU von der EMA zugelassen und bewertet werden. Dies war jedoch nicht unsere Frage. Doch erwähnte man zumindest weiterführend, dass auch für die Aufnahme von Produktnebenwirkungen in die Beilage die Europäische Arzneimittelagentur zuständig sei. Dies scheint jedoch nicht zu stimmen, da die EMA laut Webseite bisher den Impfstoff von Johnson & Johnson nicht zugelassen hat, der allerdings in Deutschland verimpft wird. Auch hat das EU-Mitgliedsland Dänemark AstraZeneca verboten. Für uns entsteht der Eindruck, dass man Verantwortung abwälzen möchte. Unsere Aussage, das PEI scheine hinterherzulaufen und das Schlusslicht in Sachen Sicherheit zu bilden, verneinte man. Man betonte, dass man die Diskussionen im PRAC eher treiben würde. Wie das mit lediglich 92 zugeschriebenen Fällen von Myokarditis und Perikarditis in Deutschland zustatten gehen soll, erschließt sich uns nicht. Wir sehen uns in unserem Eindruck eher bestärkt.

Also wendeten wir uns mit einer umfassenden Frage an die EMA und erhielten folgende (ins Deutsche übersetzte) Antwort: “Der Sicherheitsausschuss der EMA (PRAC) setzt seine Bewertung der Berichte über Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels) und Perikarditis (Entzündung der Membran um das Herz) bei einer kleinen Anzahl von Personen nach der Impfung mit COVID-19-Impfstoffen fort. Weitere Informationen finden Sie in unserer Newsmeldung hier.”

Niemand möchte also Auskunft geben und niemand möchte sich unangenehmen Fragen nach der Sicherheit stellen. Die USA, Großbritannien, aber auch viele andere Ländern sind bzgl. der benannten mRNA-Impfstoffen und den damit verbundenen Aufklärungsarbeiten in Bezug auf die Risiken weit voraus. In Europa und somit auch in Deutschland scheint man dieses zu verschlafen und ist mehr damit beschäftigt, sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben.

Die Verträge, die die EMA mit den Impfstoffherstellern abgeschlossen hat, unterliegen selbstverständlich dem Datenschutz. Würden diese Verträge auch hierzu Auskunft geben? Man könnte es sich zumindest vorstellen.

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