Trinkwasser

Auch vier Jahre nach einem ersten Appell zum Verzicht auf Lebensmittel mit künstlichen Süßstoffen lassen diese sich noch immer in der etwa gleichen Konzentration im Hamburger Grundwasser nachweisen. „Wir stellen noch keine Änderungen der Werte im Grundwasserbereich fest“, sagte eine Sprecherin von Hamburg Wasser am Mittwoch in Hamburg. Die synthetischen Substanzen, die beispielsweise in Light-Limos, zuckerfreien Süßigkeiten, Medikamenten, Säften und Marmeladen stecken, sind so stabil, dass sie weder vom Körper noch in den Kläranlagen abgebaut werden können. Und so landen sie im Grund- und damit im Trinkwasser.

Es handele sich dabei beispielsweise um winzigste Konzentrationen der künstlichen Süßstoffe Acesulfam-K, Cyclamat und Saccharin. Das Leitungswasser kann den Angaben zufolge weiter bedenkenlos getrunken werden. Das Problem daran ist aber: Trinkwasser sollte auch mit Blick auf die Zukunft möglichst rein sein.

Deshalb fordert Hamburg Wasser ein Verbot von biologisch nicht abbaubaren Süßstoffen, wenn sie keinen gesellschaftlichen Nutzen haben. Das Unternehmen plädiert in dem Zusammenhang zudem dafür, stattdessen auf pflanzliche Süßungsmittel wie Stevia zu setzen. Durch mehr bewusste Kaufentscheidungen der Verbraucher könne sich auch etwas bei den Herstellern ändern. „Die großen Hebel liegen bei den Herstellern“, sagte die Sprecherin weiter. Zuvor hatte die „Hamburger Morgenpost“ berichtet.

In einer Übersichtsarbeit im Canadian Medical Association Journal fassen Forscher der University of Manitoba die vorliegenden Studien zusammen (2017; doi: 10.1503/cmaj.161390). Sie kommen zu dem Ergebis, dass künstliche Süßstoffe auf lange Zeit zu einer Gewichts­zunahme führen könnten und das Risiko für Adipositas, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen steigen könnte. Denn Zuckerersatzstoffe stehen unter Verdacht, den Stoffwechsel, die Zusammensetzung der Darmbakterien und den Appetit zu beeinflussen.

Ihr Fazit basiert auf der Auswertung von 37 Studien, die mehr als 400.000 Men­schen für durchschnittlich zehn Jahre untersucht hatten. Davon wurden je­doch nur sieben Studien randomisiert mit Kontrollgruppen durchgeführt (randomized controlled trials, RCT). „Angesichts der Tatsache, dass Millionen von Menschen künstliche Süßungsmittel konsumieren, ist die Zahl dieser klini­schen Studien sehr gering“, findet einer der Autoren Ryan Zarychanski von der Rady Faculty of Health Sciences an der University of Manitoba. RCTs können im Gegensatz zu Beobachtungsstudien eine Ursachen-Wirkungs-Beziehung nach­weisen. Involviert waren dabei 1.003 Teilnehmer über einen weit kürzeren Zeitraum als bei den Beobach­tungs­studien von sechs Monaten. Die Fra­ming­ham-Studie, die erst kürzlich publiziert wurde, wird in dieser Übersichtsarbeit nicht zitiert.

Zwei neue Analysen der Framingham Heart Studie stellen die Sicherheit von Süßgetränken infrage, vor allem wenn sie mit künstlichen Süßstoffen versetzt sind. Laut einer Publikation in Stroke (2017; doi: 10.1161/STROKEAHA.116.016027) erkranken Menschen, die häufig zu künstlich gesüßten Diätgetränken greifen, später dreimal häufiger an Schlaganfall und Demenzen.

Inwiefern das bedenklos sein soll, ist unserer Redaktion jedoch unklar.

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