Die Venus

Wie das Magazin New Scientist berichtet, wurde durch Beobachtungen mit Radioteleskopen in höheren Schichten der Atmosphäre Venus, etwa 50 – 60 km über der Oberfläche, das Gas Monophosphan, auch Phosphin genannt, nachgewiesen. Eine abiotische, d. h. auf nichtbiologische Prozesse rückführbare Erklärung für die Präsenz dieses Gases ist bisher nicht bekannt. Ist somit also Leben auf der Venus nachgewiesen?

Jane Greaves von der Cardiff University leitete das Team, welches die Venus durch das James Clerk Maxwell Telescope in Hawaii und das Atacama Large Millimeter/sumillimeter Array in Chile beobachtete. Die Daten beider Teleskope zeigten Spuren dieses Gases. David Grinspoon vom Planetary Science Institute in Arizona, der nicht an der Beobachtung beteiligt war, teilte auf die Entdeckung hin mit, dass dieses Gas dort eigentlich nicht existieren dürfte, da es zersetzt würden werden. Es muss also eine Quelle für die Phosphine geben.

Auf der Erde sind die einzigen beiden bekannten Möglichkeiten, dieses Gas zu “produzieren” im Labor oder durch Mikroben, so berichtet das Magazin weiter. Auch existiert das Gas im Inneren von riesigen Planeten, aber auf der Venus seien diese Bedingungen nicht vorhanden. Für die Menge des Phosphinvorkommens in der Venusatmosphäre gibt es laut den beteiligten Wissenschaftlern aktuell keine Erklärung. Die einzig beiden Möglichkeiten sind, dass in der höheren Venusatmosphäre Mikroben leben, bzw. bis vor mindestens 1.000 Jahren lebten oder es muss sich um einen chemischen Prozess handeln, der den Experten bisher noch nicht bekannt ist.

Auf der Venusoberfläche herrschen Temperaturen von bis zu 470° C und ein neun Mal höherer Druck als auf der Erde. Jegliches Leben wäre dort unmöglich. In 50 bis 60 km Höhe wäre Leben in einfacher Form aber denkbar. Die Wolken dort sind nicht wie auf der Erde. Sie sind sehr dicht und das Gas kann in ihnen “schwimmen” wie Plankton in den Ozeanen auf der Erde. Dennoch bedeutet die Entdeckung nicht, dass Leben auf der Venus existiert. Es kann sich auch um einen bisher unbekannten chemischen Prozess handeln. Dennoch macht diese Entdeckung die Venus für die NASA wieder als Ziel interessant, da eine bemannte Mars-Mission bis dato noch reine Theorie sei, so ein Sprecher der amerikanischen Weltraumorganisation.

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