Verschwörungstheorie

Prof. Peter C. Gøtzsche, der Star unter den evidenzbasierten Medizinern und einer der schärfsten Kritiker der Pharmabranche, veröffentlichte im Januar diesen Jahres sein neuestes Werk „Impfen – Für und Wider„. In diesem Buch widmet der Mediziner unabhängige Nutzen- und Schadenabwägungen der „wichtigsten Impfungen“, die allein den Kriterien wissenschaftlich nachgewiesener Wirksamkeit und Verträglichkeit verpflichtet ist. Auch die neuen mRNA- und vektorbasierten Corona-Impfungen nimmt Gøtzsche kritisch unter die Lupe. Darum soll es aber erst ein anderes Mal gehen.

Hier geht es um eine fast schon beiläufige Bemerkung aus dem Vorwort des Buches. So schreibt er dort z. B.: „Aber auch die Fundamentalisten im entgegengesetzten Lager richten Schaden an. Die schlimmsten von ihnen lehnen sämtliche Impfungen aus Prinzip ab und üben über die sozialen Medien oft großen Einfluss aus. Es ist unklug und unwissenschaftlich, grundsätzlich gegen Impfungen zu sein. Das ist genauso, als wäre man gegen alle Medikamente oder gegen alle Menschen.“ Weiter schreibt er: „Die Debatten über Impfungen sind oft so polarisiert, dass eine vernünftige Diskussion unmöglich ist. Denn sobald legitime Fragen aufgeworfen werden, schreit das Pro-Impf-Lager womöglich gleich „Impfgegner!“ oder fragt, ob man für oder gegen Impfungen sei.“

Vorab noch einmal zum Kern des Buches von Prof. Gøtzsche. Er schreibt: „Manche Impfungen sind so sinnvoll, dass alle Menschen sie erhalten sollten; von anderen sollte man (außer unter besonderen Umständen) lieber die Finger lassen. Einige sind so umstritten, dass viele Angehörige von Gesundheitsberufen darauf verzichten, obwohl sie offiziell empfohlen werden, dazu gehören zum Beispiel die Grippeimpfstoffe.

Wir müssen alle Impfstoffe sorgfältig bewerten, ihren Nutzen und Schaden abwägen (wie wir es auch bei anderen Medikamenten tun) und uns dann eine Meinung darüber bilden, ob es sich lohnt, uns der jeweiligen Impfung zu unterziehen oder sie anderen Menschen zu empfehlen.“ Und genau für diese unabhängige evidenzbasierte Abwägung setzen wir von Stefan Raven News uns auch ein. Nicht nur in der Medizin.

Eine Antwort von mir auf einen Beitrag, wo mich jemand mit meinen eigenen Verweisen widerlegen wollte. Wurde ganz schnell gelöscht und umgeändert.

Weiter erwähnt er in seinem Vorwort, dass bei sogenannten Impfgegnern, also Personen, die jegliche Impfungen ablehnen, oft wenig Sachverstand hinter steckt. Im Fall von Masernimpfungen gehen diese Theorien z. B. auf einen gewissen Dr. Wakefield zurück, der mit seinen nachweislich gefälschten Studien und Untersuchungen dafür verantwortlich war, dass vor einigen Jahren in England die Masern ausbrauchen und viele Todesopfer, aber auch Opfer mit bleibenden Schäden forderten, da die Impfbereitschaft aufgrund seiner unseriösen Arbeit zuvor von ca. 93 % auf unter 88 % zurückging. Diese Leute sollen laut Prof. Gøtzsche nicht argumentieren und übelst beschimpfen – gegen Nachweise und Fakten „immun“ sein und auch mit Gewalt drohen. Das war auch für mich neu. Ich habe mich immer kritisch mit Dingen beschäftigt, aber blieb immer auf den Boden von Tatsachen. Begründete Verdachtsfälle äußerte ich auch stets, deklarierte sie aber als solche. So habe ich auch einen Großteil meiner Leserschaft und jene Menschen, die mir auf meinem privaten Telegram-Kanal folgen, kennengelernt. Daher dachte ich, dass das doch sicher Einzelfälle seien und wollte die Probe aufs Exempel machen.

Da musste ich nicht lange warten, denn mein geschätzter Kollege Aktivist Mann veröffentlichte auf seinem Telegram-Kanal einen Screenshot eines Weltartikels vom 10. Mai, wo von einer Mutter berichtet wird, die ihre gesunde 32jährige Tochter verlor. Dies ist ein Fall, wo auch wir reagieren und weswegen das komplette Team von Stefan Raven News der Meinung ist, dass nicht genügend über die Gefährlichkeit der Corona-Impfstoffe aufgeklärt wird und medial viel zu einseitig berichtet wird. Darum ist dieser Artikel – trotz des traurigen Anlasses – ein „Segen“ für die Aufklärung. Was ich zum Anlass nahm ist der Satz, den der Aktivist Mann unter dem Artikel schrieb. Er lautet: „Impfungen sind eine Mordsmaschinerie.“

Diese Meinung darf er natürlich haben, das ist sein gutes Recht. Doch in Anbetracht von Täuschungen wie durch Dr. Wakefield, finde ich es enorm wichtig, dass man solchen Aussagen – wenn man möchte – auch rational und friedlich mit Diskussion begegnet. Ich antwortete: „Würde ich nicht verallgemeinern. Sie retten auch Leben, z. B. bei Masern.“ Und das ist ein erwiesener Fakt, der aus zahlreichen evidenzbasierten Studien belegt ist, welche nicht von der Pharma oder anderen Interessensgruppen finanziert wurden, sondern sogar in Teilen von Pharmakritikern. Und das Beispiel Wakefield sollte da alle abschrecken, die etwas anderweitiges behaupten.

Es dauerte nicht lange und der Erste meldete sich zu Wort: „Du bist ja nen Richtiger Witzbold“ (sic, der Punkt fehlt hier wirklich und die Rechtschreibung ist übernommen). Genau diese Person wollte ich triggern, um zu schauen, ob sich Prof. Gøtzsches Aussage bewahrheitet. „Jede impfung ist betrug und bringt die symptome der sogenannten Krankheiten“, (sic) heißt es in der Antwort auf die Frage „warum“. Es folgte ein Schlagabtausch, wo man versuchte mich mit Sätzen wie „Du hast garnix du bist ein Lügner“ oder „😂😂😂😂lass dich impfen“ wurde ich erst verbal angegangen. Doch ich blieb hart und versuchte nach Belegen zu fragen. Ich sollte mich „abseits vom Mainstream informieren“ teilte man mir mit. Ich musste herzlich lachen, war ich doch einer der ersten öffentlichen Corona-Maßnahme- und Corona-Impfkritiker in Deutschland und habe das öffentlich auch hundertfach publiziert und meine Recherchen mit neutralen Quellen belegt.

Fake News
Echte Fake-News bringen leider kritische Nachrichten mit in Verruf. Bild von Markus Distelrath auf Pixabay 

Nach ca. 30 weiteren Beleidigungen postete ich dann z. B. ein Bild aus der Seite von Gøtzsches neuem Buch, in der er den Nachweis des Betrugs zu Wakefield schilderte. Nachdem mir darauf als Antwort mitgeteilt wurde, dass ich geisteskrank sei, behauptete jemand ernsthaft, das Buch sei von Drosten oder einem ähnlichen „Experten“. Falsch gedacht, Prof. Gøtzsche ist einer der führenden, bekanntesten und glaubwürdigsten Pharmakritiker, die es gibt. Zumindest das hätte man wissen müssen, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema Impfungen beschäftigt hätte.

Als dann einigen klar wurde, dass dieses Werk nicht angreifbar ist und man dann auch herausfand, wer ich bin, kam schnell die Behauptung auf, dass ich nicht der echte Stefan Raven sei. Man solle mich einfach blockieren und gut sei es. Man kam mit ärztlichen Gutachten, würde mir diese zusenden wollen. Ich bin gespannt, ob da etwas kommt, glaube aber ehrlich gesagt nicht dran. Ein anderer sagte, man bräuchte keine „Evidienz oder wie das heißt“ (sic!) oder sowas, das reicht doch, wenn ein Kind nach der Impfung gestorben sei. Einen fachlichen Nachweis, eine Evidenz bräuchte man da nicht. Das reiche doch. Nein, tut es leider nicht. Damit wird nicht geleugnet, dass es nach Impfungen, die nötig und sicher sind, in Einzelfällen durchaus zu Nebenwirkungen oder Todesfällen kommt. Doch sind diese zahlenmäßig so gering, dass der Nutzen hier viel größer ist, siehe dazu die entstandenen Schäden durch Masernerkrankungen.

Auch wechselte man jetzt beliebig die Impfstoffe. Ich sprach explizit von „guten“ und „schlechten“ Impfstoffen, wo man unterscheiden müsste. Doch diese wurden einfach wild durcheinanderformuliert und Hauptsache, es ließ sich auf die Schnelle ein Todesfall nach einer Impfung finden. Die Evidenz für benannte Fälle wurde auf Nachfrage aber nicht nachgereicht. Stattdessen wieder Beleidigungen. Irgendwann kamen dann Graphen ins Spiel, die weder eine Quellenangabe hatten, noch der Zusammenhang des Graphen benannt wurde. Diese allein hatten offenbar Aussagekraft für die Impfgegner. Meine Nachfragen und Einwände wurden nicht behandelt. Wieder Beleidigungen.

Man postete dann ein kurzes Video von mir, wo ich von Aktivist Mann interviewt wurde und schrieb drüber: „Recherche ist alles.“ Was daran jetzt Recherche war, weiß ich nicht, ich hatte doch zuvor ausdrücklich mehrfach gesagt, wer ich bin, bis es dann einige offenbar gemerkt haben, dass sie mit ihren Anfeindungen mir gegenüber auf dem Holzweg sind und man mich ganz sicher nicht als Mainstreamkonsumenten bezeichnen kann. Was das Video in der „Diskussion“ zu suchen hatte, weiß ich auch nicht. Es folgte dann ein Video von Dr. Robert O. Young, der 2018 zu einem Schmerzensgeld von 105 Millionen Dollar verurteilt wurde, weil er durch falsche Informationen einem Krebspatienten eine wichtige Operation vorenthalten hatte. Der Patient klagte selbst, als er den Schwindel von Dr. Young bemerkte.

Später war man sich dann einig, dass ich gekauft sei und für diese Diskussion Geld bekommen würde. Es tut mir Leid, diejenigen, die das ernsthaft glaubten, enttäuschen zu müssen. Ich tat dies aus journalistischer Neugier. Diese ist weder pro noch contra etwas, sondern berichtet über das, was tatsächlich ist. Und hier hat sich der Vorwurf von Prof. Gøtzsche bestätigt. Nachdem ich dann als Mörder bezeichnet wurde (was ich zurück gab – mit Beleg) und mir Gewalt androhte (ich schlug ein Treffen vor, man ging dann aber nicht weiter darauf ein) glätteten sich die Wogen etwas. Nun trauten sich auch andere besonnenere Köpfe zu Wort. Und man stellte fest, dass man gar nicht weit auseinanderliegt, sondern dass ich lediglich auf Grundlage von unabhängigen wissenschaftlichen Arbeiten der Meinung bin, dass es nötige und unnötige Impfungen gibt. Ich kam mit diesen kühleren und beleseneren Menschen dann auch in Gespräch und wir stimmten z. B. darüber überein, dass die meisten Studien von den Pharmafirmen selbst geführt worden oder in Auftrag gegeben sind. Genau das ist auch die Position von Prof. Gøtzsche.

Dies zeigt aber auch ganz deutlich, dass die öffentliche Wahrnehmung von Corona-Maßnahme- und Corona-Impfkritikern eine ganz Andere hätte sein können, wenn diese nicht von schwurbelnden Verschwörungstheoretikern in voller Lautstärke und vor allem mit Beleidigungen und unter Androhung von Gewalt in so ein negatives Licht gerückt worden wäre. Und so Leid es mir tut, aber leider muss man in den eigenen Reihen aufräumen, um einen vernünftigen „Widerstand“ gegen diese Gesundheitsdiktatur organisieren zu können. Die am wenigsten wissen, dürfen nicht die Lautesten sein. Sonst herrschen auf den Corona-Maßnahme-Protesten bald parlamentarische Verhältnisse.

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