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Heute Vormittag ging es durch alle Medien: PISA – Deutsche Schüler so schlecht wie nie. Im internationalen Leistungsvergleich für 2022 haben sie das bisher schlechteste Ergebnis überhaupt bekommen. Schon im Jahr 2000 haben deutsche 15jährige sehr schlecht abgeschnitten. Woran liegt das?

In allen drei Grundkompetenzen, Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften, schneiden die Deutschen schlechter ab. Das geht aus der heute veröffentlichten Studie hervor. Deutschland liegt nur noch auf dem 25. Platz in der Mathematik-Kompetenz. Das ist sogar einige Plätze nach Österreich, welches Land man als Vergleich gut heranziehen kann. Nach dem Schock 2000 hatte sich Deutschland stark verbessert und konnte das hohe Leistungsniveau halten. Doch auch vor Corona deutete sich schon wieder eine Abwärtskurve an.

Die Autoren der Studien geben durchaus Corona als einer der Gründe für den Abwärtstrend an. Doch machte sich dieser, wie beschrieben, schon vorher erkenntlich. Festzuhalten bleibt aber auch, dass man mit 15 schon eine gewisse Lesekompetenz erworben hat. Diese kann man durch Lesen von alleine ausbauen. Der Verweis darauf, dass es in Deutschland weniger digitalen Unterricht gäbe als im OECD-Durchschnitt, hinkt im Lesebereich. Beim alleinigen Lernen wären aber Mathematik und Naturwissenschaften benachteilt – hier kann der fehlende digitale Ersatzunterricht durchaus zutreffend sein.

Andere, wie Bianca Schwarz von der ARD, sehen auch den Föderalismus als ein Problem an. Sie meint, dass seit 23 Jahren über die selben Maßnahmen diskutiert werden würde. Dabei gab es nach 2000 durchaus eine Aufwärtsbewegung und ein recht hohes Niveau. Die Flüchtlinge seien laut ihr auch nicht Kern des Problems, sonst hätte Deutschland vor 23 Jahren besser abgeschnitten als heute. Genau genommen hat Deutschland das auch. Immerhin schreibt das Nachrichtenblatt ihres eigenen Senders zur heute veröffentlichten Studie „so schlecht wie nie“. Dennoch spricht sie sich als Lösung dafür aus, dass alle Schüler die selbe Bildung erhalten, anstatt dass Geld und Energie für 16 verschiedene Bildungssysteme aufgewendet werden.

Der Bildungsforscher Olaf Köller vom Kieler Leibniz-Institut meint dagegen schon, dass dass die Flüchtlinge dort eine Rolle mitspielen. Einen Teil von ihnen sei es einfach nicht gelungen, sich zu integrieren, sagte er der Tagesschau. Allerdings hätten wir in Deutschland mittlerweile auch ein erhebliches Unterrichtsqualitätsproblem. Weiter sagte er, man würde seit 2012 deutlich merken, dass sich die Schülerschaft in Deutschland stetig verändern würde. Wir hätten mehr Zuwanderung als andere Länder auf der Welt. In Ländern wie Estland würden auch schwache Schüler mehr gefördert werden. Sie würden herausgenommen und besonders behandelt werden. Auch hätte Deutschland zu wenig ein Auge auf moderne Techniken im Unterricht. Man diskutiere über Handyverbote, statt Handys in den Schulalltag einzubinden.

Die Junge Freiheit weist darauf hin, dass Migranten in Deutschland eine geringere Wertezahl erreichen als deutsche Schüler. Unter ihnen ist der jeweilige Wert noch einmal schlechter, wenn sie nicht in der Bundesrepublik geboren sind.

Kritiker der Pisa-Studie beklagen hingegen eine mangelnde Vergleichbarkeit der Daten. Der Pädagoge Rainer Bölling merkte in einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk an, Deutschlands Erfassungsquote sei mit rund 99 Prozent die höchste unter den untersuchten Staaten: „In anderen Ländern lag man unter 90, manchmal auch unter 80 Prozent. Und das wird dann miteinander verglichen, als wenn es dasselbe wäre.“

Der ehemalige Präsident des deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, teilte auf dem populistischen Magazin N**s mit, dass man immerhin ca. 70 von 81 teilnehmenden Ländern hinter uns. Das ist eine gewagte Einschätzung.

AfD-Fraktionschef von Baden-Württemberg, Anton Baron, wertet die heute veröffentlichten Pisa-Ergebnisse als erwartbar schlimm und verweist auf eine von der AfD-Fraktion in Auftrag gegebene INSA-Umfrage zum Thema:

„Diese Ergebnisse sind schlimm, aber alles andere als überraschend. Bezeichnend, dass sich Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) hier in seinem Kurs bestätigt fühlt. Der Trend der letzten Jahre setzt sich indes nicht zuletzt aufgrund der verfehlten Corona-Politik ungebremst fort und erreicht ein neues Tief. Die Autoren der Studie begründen das schlechte Abschneiden aber auch mit den schlechten Sprachkenntnissen der Schüler. Wir warnen bereits seit Jahren, dass die fortgesetzte, falsche Migrationspolitik das Bildungsniveau immer weiter senken wird. Dem stimmen auch die Bürger zu, wie die jüngst von uns in Auftrag gegebene INSA-Umfrage beweist. Demnach sieht eine klare Mehrheit von 60 Prozent den Grund für das schlechte Bildungsniveau in der hohen Zuwanderung. Unser Bildungssystem wird von Zuwanderern mit schlechten Sprachkenntnissen geflutet. Hier haben wir als AfD-Fraktion bereits Ende letzten Jahres das ‚Gute-Schulstart-Gesetz‘ als Brücke zwischen Kindergarten und Grundschule eingebracht. Die frühkindliche Bildung ist entscheidend. Hier hätte Bildungsministerin Schopper (Grüne) einfach frühzeitig auf uns hören müssen.“

Dagegen erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön:

„Die Pisa-Ergebnisse zeigen deutlich, was viele Eltern im Schulalltag wahrnehmen: Im deutschen Bildungssystem muss dringend etwas verändert werden. Wir sehen einen deutlichen Knick in allen Grundkompetenzen – Lesen, Rechnen, Naturwissenschaften.

Die Lösungen liegen auf der Hand: Wir brauchen eine frühere Förderung mit Sprachstandserhebungen ab dem 4. Lebensjahr und einer verpflichtenden Sprachförderung. Es braucht individuellere Förderung, etwa mit digitalen Lerntools. Drittens müssen die Länder übergreifende Standards schaffen. Für all das braucht es eine stärkere Bildungskooperation zwischen den Ländern. Finanzielle Hilfen vom Bund müssen verlässlich sein. Wir haben das Gute-Kita-Gesetz geschaffen, Sprachkitas, den Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung und den Digitalpakt. Die Bundesregierung bleibt hinter all dem zurück. Das Bildungssystem muss sich insgesamt modernisieren und der Betreuungs- und Lehrermangel beseitigt werden. Es braucht weniger Bürokratie, dafür neue Konzepte, die bundesweit ausgerollt werden, wie die Experimentierräume in Schleswig-Holstein, die Freiräume für Schulen schaffen, oder das Kita-Chancenjahr in Berlin. Es braucht Entlastung und Fortbildungen für Pädagogen und den Mut zur Veränderung. Mit den heutigen Pisa-Ergebnissen im Rücken kann ich die Bundesbildungsministerin und Landesregierungen nur auffordern, Reformen schnell umzusetzen.“

Carlo Clemens, Mitglied im Bundesvorstand der Alternative für Deutschland, kommentiert wie folgt:

„Eine jahrzehntelange Politik der Bildungsexperimente, von Einheitsschule bis Inklusion, haben ein bewährtes Bildungssystem demoliert. Hinzu kommen gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wie die ungesteuerte Rekordmigration, die kommunale Schulträger und Lehrkräfte überlasten. Insbesondere die Grundfächer Mathematik und Deutsch müssen wieder in den Vordergrund rücken. Die Politik muss jetzt die Weichen stellen, um Deutschland wieder zu einem Bildungsstandort erster Güte zu machen.

Die Bildungsforschung weist klar auf den Zusammenhang hin zwischen der zunehmend heterogener werdenden Zusammensetzung der Schülerschaft und Benachteiligungen, insbesondere für lernstarke und lernschwache Schüler. Hinzu kommen kulturell bedingte Integrationsprobleme und fehlende Deutschkenntnisse, besonders in Ballungsgebieten. Das trägt zur enormen alltäglichen Belastung von Lehrkräften bei – der Lehrerberuf verliert zunehmend an Attraktivität. Eine Obergrenze für Schulen und Klassen wäre daher sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler dienlich. Die Ampelkoalition muss ihre ideologischen Scheuklappen ablegen und zu einem differenzierten Bildungssystem zurückkehren, das den Fokus auf kleine Klassen, leistungsmäßig relativ homogene Lerngruppen, Förderschulen und verpflichtende Deutsch-Fördergruppen noch vor der Einschulung legt.“

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