Prof. Dr. Bernhard Zwißler

Wie Stefan Raven News im Juni 2021 bereits nachwies, hat es zu keiner Zeit eine Überlastung der Krankenhäuser oder der Intensivstationen in Deutschland gegeben. Es konnte sogar von offizieller Seite bestätigt werden, dass 2020 13 % weniger stationäre Krankenhausaufenthalte verzeichnet wurden. Jüngst hat – mit nur sieben Monaten Verspätung – auch die Bild davon erfahren und berichtete, dass sogar Gesundheitsminister (sic!) und Verschwörungsideologe Karl Lauterbach zugegeben hat, dass die Stationen niemals überlastet waren. Doch nun widerspricht dem ein scheinbar irrer Professor der Lobbygruppe Leopoldina.

„Die aktuellen Zahlen interessieren mich nur noch am Rande“, sagt der Generalsekretär der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI), Professor Dr. Bernhard Zwißler, angesichts der widerlegten Zuverlässigkeit von Inzidenz-Werten. Ähnlich verhalte es sich mit den täglichen Angaben zu Todesopfern mit oder durch Corona, deren Aussagekraft zweifelhaft sei: In wie vielen Fällen war das Virus wirklich mitentscheidend für das Versterben?

Um die Lage einschätzen zu können, will sich Zwißler lieber am tatsächlichen Bild auf den Intensivstationen orientieren. Hier sei die Situation momentan immer noch fast so angespannt wie im Frühjahr 2020, als die Corona-Pandemie begann: „Das dürfen wir trotz aller Corona-Müdigkeit und dem Wunsch nach mehr Normalität nicht übersehen!“, mahnt der Münchner Anästhesist und Intensivmediziner. „Eine Entwarnung ist noch nicht angebracht, zumal die Zahl der Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, inzwischen auch wieder leicht ansteigt, darunter weiter viele Ungeimpfte.“

Doch diese Informationen sind nicht nur falsch, sie sind genau so inkorrekt wie die Sterbe- und Inzidenzzahlen. Auch auf Stefan Raven News ist bereits belegt und mehrfach nachzulesen (versehen mit Quellenangaben), dass die Intensivzahlen zum großen Teil falsch sind (siehe Links oben) und dass die meisten Patienten eben keine Ungeimpften sind. Der Begriff „Viele“ ist in der Formulierung des Leopoldina-Professors daher nicht nur irreführend, sondern generell auch relativ zu sehen.

Interessant ist jedoch die Aussage, dass die Situation genau so angespannt ist wie im Frühjahr 2020. Doch was seit dem Frühjahr 2020 passiert ist, fragen wir uns in Anbetracht eines Interview, welches der Anästhesist am 27. April 2020 dem Focus gab. Denn darin sagte er noch explizit: „Deshalb sind wir zwar gespannt auf die Zukunft, aber relativ entspannt, was die momentane Lage angelangt.“ War hier etwa auch Geld im Spiel? Wie viel gab es denn, Prof. Dr. Zwißler?

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