Labor

Es klingt wie in einem Endzeitfilm. Menschen kämpfen um die letzten sauberen Ressourcen oder um die Rettung der Welt. In allen schlummert etwas, was Leben zerstören kann. Und es scheint kein Heilmittel zu geben. Leider ist dieser Science-Fiction-Stoff längst Realität und die meisten Menschen interessiert es nicht. Mit Corona hat dies aber nichts zu tun.

Der Stoff, um den es geht, ist Perfluoroctansäure (PFOA). Dieser wurde nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt, um Panzer und andere Militärgeräte wasser- und ölabweisend zu beschichten. Geschäftemacher kamen auf die Idee, dieses Material auch für den Privatgebrauch zu verwenden. So findet es Verwendung bei der Produktion von Plytetrafluorethylen, welches unter dem Handelsnamen der Firma DuPont besser bekannt ist als Teflon. Das Gefährliche an der Säure ist: Sie ist eine sogenannte „Ewigkeitssäure“, weil sie sich in der Umwelt nie abbaut. So zeigte die berühmte Rechtsanwaltsgehilfin Erin Brockovich in einem Artikel des Guardian aus dem Jahr 2020 auf, dass Wissenschaftler bereits nachgewiesen haben, dass diese giftige Chemikalie in Lebewesen auf der ganzen Welt nachgewiesen wurde. Sei es bei Tiefseetieren, Vögeln auf einsamen Inseln, geschweige denn von 99 % aller Menschen. Selbst die Muttermilch auf allen Kontinenten enthält PFOA.

Wenn man dies erfährt, scheint sich die Sicht auf so Vieles zu ändern. Man könnte meinen, dass der Stoff dann halt in einem drin ist, wir kommen ja mit zahlreicher Chemie in Kontakt und viele rauchen ja auch. So schlimm wird es schon nicht sein. Ist es aber auch nicht. Es ist schlimmer. Doch fangen wir vorne an.

Bekannt wurde die Schädlichkeit durch den früheren Unternehmensanwalt und heutigen Umweltjuristen Robert Bilott, dessen Geschichte in dem Film „Vergiftete Wahrheit“ 2020 mit Mark Ruffalo in der Rolle Bilotts verfilmt wurde. Dieser Jurist, den man ohne Abstriche als Held bezeichnen kann und den jeder Mensch auf unserem Planeten Dank schuldet, hat es allein mit dem Chemiegiganten DuPont aufgenommen. In einem Ort in West-Virginia entsorgte die Firma PFOA-haltige Schlämme auf einer nicht abgedichteten Deponie und leitete diesen Giftstoff auch in den Ohio River. Für seinen Einsatz erhielt er 2017 den Right Livelihood Award.

Die illegale Entsorgung des Unternehmens führte zu zahlreichen Erkrankungen und Verendungen von Tieren, sowie zu unzähligen Krebserkrankungen unter Menschen. Sie verbreitete sich über das Grundwasser rasend schnell. Die Firma DuPont wusste von eigenen Untersuchungen und Studien über die Wirkung der Chemikalie, aus Profitgier enthielt sie der Öffentlichkeit und den entsprechenden Behörden allerdings diese Informationen – bis Bilott sie aufdeckte. Nach einem 19jährigen juristischen Tauziehen wurde DuPont insgesamt zu 671,7 Millionen US-Dollar Schadenersatz an die Tausenden Opfer verurteilt. Doch dies schien der Firma keinen Abbruch zu tun. Durch Verkauf firmiert diese seit 2019 als DuPont de Nemours. Die Geschichte wurde ebenfalls in der bereits 2018 erschienen Dokumentation „The Devil we Know – Das unsichtbare Gift“ behandelt.

Doch wer glaubt, damit sei das erledigt, der irrt. Denn wie oben bereits erwähnt wurde, lässt sich die Chemikalie überall auf der Welt in fast allen Lebewesen nachweisen. Und wir bekommen diese nicht weg. Auch in Deutschland gab es schwere Verunreinigungen durch Perfluoroctansäure. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat den für Menschen unbedenklichen Wert auf 4,4 ng pro kg Körpergewicht pro Woche festgesetzt, wohlwissend, dass die meisten Menschen eine höhere Konzentration in sich tragen. Im Trinkwasser des Rhein-Ruhr-Gebiets wurden Konzentrationen von bis zu 500 ng/l nachgewiesen. Dies kam durch die Verunreinigung mit chemischen Dünger der dortigen Felder zustande.

Aber auch durch die Industrie hat sich der Giftstoff in Deutschland direkt ausgebreitet. Im Industriepark Werk Gendorf (Bayern) wurde PFOA von 1968 bis 2003 hergestellt. Zuerst von der Firma Hoechst, ab 1999 von der Tochterfirma des US-Konzerns 3M Dyneon. Greenpeace konnte die Verseuchung des Gebietes 2006 nachweisen. Obwohl dort seit 19 Jahren nicht mehr produziert wird, geht man davon aus, dass die Werte vor Ort noch bis ca. 2030 steigen werden. Vor 2050 sollen diese nicht zurückgehen. Aber auch andere Gebiete innerhalb Deutschlands sind extrem belastet. So rät man etwa davon ab, Fische aus dem Weserzufluss Ochtum zu verzehren.

Experten haben dem Stoff, den der menschliche Körper fast gar nicht ausscheidet, leberschädigende, reproduktionstoxische und krebserregende Eigenschaft zugesprochen. Und wir tragen ihn wohl alle in uns. Wer es nicht tut, darf sich als gesegnet betrachten. Wir können uns gesund ernähren, von der Nahrungsmittelindustrie abwenden und zur saisonalen und regionalen Ernährung zurückkehren. Wir können nur die Medikamente dann nehmen, wenn wir sie wirklich brauchen. Wir können auf Drogen und Zigaretten verzichten. Sogar den Elektrosmog in unserem Umfeld können wir reduzieren. Und wer es ganz hart mag, der wird Aussteiger und Selbstversorger, am besten irgendwo weit abgeschieden in irgendwelchen romantischen Wäldern. Aber dennoch, egal, was wir tun, wir tragen diese Chemikalie in uns, weil manche Menschen den Hals nicht vollbekommen haben. Und egal, wie gesund und wie abgeschieden wir versuchen zu leben, wir können nicht oder kaum beeinflussen, ob diese Chemikalie bei uns zu einer schweren Erkrankung führt. Belangt werden tut sicherlich niemand mehr dafür.

Ich bin im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit auf vielerlei Diskussionen im Internet gestoßen. Wer war der größte Massenmörder aller Zeiten? Kontrovers werden verschiedene Führer von Staaten und/oder politischen Ideologien geführt. Doch niemand hat das geschafft, was diejenigen vollbracht haben, die für immer noch mehr Geld, immer weiter tödliches Gift in unsere Umwelt gepumpt haben. Alles Leben auf dieser Erde wurde in den letzten 80 Jahren von genau diesen Menschen verseucht. Und ohne Gewissensbisse nehmen diese Menschen die Zerstörung unseres Planeten und weitere Tote in Kauf, wenn es nur der weiteren Vermehrung ihres Reichtums dient. Die wahren und wirklich größten und schlimmsten Massenmörder dieser Geschichte sind diejenigen, die den Hals einfach nicht vollkriegen und für Geld alles tun.

Perfluoroctansäure ist nur ein Stoff, der hier genannt wurde, es gibt aber zahlreiche andere bedenkliche Chemikalien. Man kann nur hoffen, dass es den ethisch verantwortungsvollen Menschen auf unseren Planeten gelingt, diese Irren zu stoppen. Denn es ist egal, ob die Produktion von Perfluoroctansäure seit dem 4. Juli 2020 in der EU verboten ist oder nicht, denn so lange solche Giftstoffe irgendwo auf der Welt hergestellt werden, ist damit alles Leben nachhaltig gefährdet.

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3 Gedanken zu „Wir werden seit 60 Jahren vergiftet – Wir alle tragen es in uns“
  1. Genaugenommen könnte man Alles in einem einzigen Satz verpacken: Die Spezies Mensch ist die unintelligenteste Spezies die man sich vorstellen kann. Eine Spezies die sich selbst systematisch vergiftet, kann nicht als intelligent bezeichnet werden.
    Ich bin Mediziner und gehöre zum Team der CONFIDO-CLINIC, eine unabhängige Klinik mit eigener Forschung. Wir behandeln seit mehr als 25 Jahren verschiedene Krankheiten, überwiegend Allergien, Krebs, Lungenkrankheiten und sogenannte Autoimmunkrankheiten zu denen viele zählen. All diese Krankheiten sind zurückzuführen auf eine seit langem stattfindende, stetige Vergiftung des Organismus. Schaut man sich die Vorgehensweisen der Gesundheitssysteme an, geht es jedoch immer ausschließlich um Behandlungen der Symptome, meist mit Pharmazeutika. Die Ursachen werden weder beachtet noch benannt. In vielen internationalen Untersuchungen und Studien konnten wir eindeutig feststellen, dass all diese sogenannte Zivilisationskrankheiten gemeinsam mit der Entwicklung der Industrien wuchsen, die Pharmaindustrie inbegriffen.
    Weil alle Gesundheitssysteme in dieser Welt profitorientiert funktionieren, kann selbstverständlich nicht erwartet werden, dass die Ursachen von Krankheiten, also die stetigen Vergiftungen, angesprochen werden. Für ein Gesundheitssystem, das auf Profite aufgebaut ist, ist diese Vergiftung eher ein Segen. Wir haben Vieles untersucht und konnten feststellen, dass kein einziger Lebensbereich, in allen Industrieländern, mehr frei von Giften ist. „Lebensmittel“ sind kontaminiert mit Pestiziden, Wachsen, toxischen Farbstoffen, Aluminium und vielen weiteren Stoffen. Das zentrale Leitungswasser ist kontaminiert, die Böden zum Anbau von Pflanzen, das Grundwasser, die Luft etc.
    Genaugenommen grenzt es an ein Wunder, dass die Menschen nicht tot umfallen. Aber krank sind die Menschen. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass in allen Industrieländern kein einziger Mensch mehr existiert mit einem völlig intakten Immunsystem. Es ist also eine Frage der Zeit bis ein großes Sterben beginnt. Langsam hat das sterben ja bereits begonnen, denn die Menschen sterben immer jünger und vor Allem sind sie krank. Allergien beginnen immer früher, Kinder werden sogar bereits mit einer Allergie, Neurodermitis, Asthma etc. geboren. All das kann nicht mehr lange gut gehen. Und nun noch diese Corona-Geschichte, die ebenfalls die Masse der Menschheit nicht durchschaut. Diese Menschheit vernichtet jedoch nicht nur sich selbst, sie vernichtet auch den gesamten Planeten der wenn er eine Stimme hätte, vor Schmerzen schreien würde.
    Ich persönlich behandele seit mehr als 30 Jahren Patienten und kann sagen, dass die Organismen der Menschen voller Industriegifte stecken. Aber ich kann auch sagen, dass ein Umdenken nicht stattfindet. Webseiten wie diese hier bilden die große Ausnahme, nicht zuletzt weil die Zensur immer mehr zuschlägt, offensichtlich ist diese Spezies Mensch nicht gewillt zu überleben.
    Dr. Sven Nelson, Immunologe
    https://confido-clinic.weebly.com

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